Apr 7 2009

Bootcoder

Es gibt so Tage, an denen ist das Denken leichter Natur. Man könnte sozusagen zum Denken ein Liedchen pfeifen. Vor allem steht man sich nicht selbst im Weg, das ist alles “ein Fluss”. An solchen Tagen lächelt man andere Menschen in der S-Bahn an, schaut aus dem Fenster und lässt Gedanken an sich vorbei ziehen, blinzelt in die Sonne, geht seine alltägliche Wege und es passt alles so wie es ist. Momente der lustvollen Erfüllung von Begehren, Wünschen oder Sehnsüchten. Es sind beneidenswerte Momente, so unglaublich flüchtiger Natur.

Und es gibt so Tage, die sind ganz anders. Man wacht auf und setzt wenig später den Schädel auf den Restkörper. Sozusagen wie eine Maschine in Betrieb nehmen. Und an solchen Tagen, ja da würde ich sozusagen das Bild bemühen, dass die Maschine unter Windows läuft. Das ist kein Mac Tag, kein lächelndes Gesicht beim Hochfahren und ein warmer Gong, sondern LSD Farben Power und idealerweise davor eine Menge Code über den schwarzen Hintergrund flizzen. Bootcode, der erst einmal in den Kopf muss. Da sind sie wieder, die guten alten Wünsche und Sehnsüchte. Wie bei Bootcode üblich, schwer verständlich. Man muss schon ein Freak sein, nein ein Nerd, um sich darum zu kümmern. Und es sollte möglichst so sein, dass das mit dem Bootcode gut klappt. Bloß nicht darin hängen bleiben, das hat fatale Folgen für den Tag, schließlich ist so ein Reboot nie ohne einen Haufen Schrott, den man hinterlässt und wieder wegputzen darf, möglich. Aber gehen wir davon aus, dass mit dem Bootcode haut normalerweise hin, das haben wir geübt, wir wissen wie diese wichtigen Routinen funktionieren, Schädel aufsetzen und frühestens beim Zähneputzen anfangen nachzudenken. Dann übernimmt Zähneputzen die Funktion des Systemaufbaus. So wie das bei einem Windows üblich ist: ein paar Icons, wow ich sehe etwas, und dann diese Fehlermeldung von unten rechts direkt ins Hirn: ihr System ist gefährdet. So ungefähr, hey Meister, schön dass wir das mal wieder hinbekommen haben mit dem Hochfahren, aber du weißt ja, es hat gerade erst angefangen, und heute wird noch einen Haufen mehr Scheiße in dein niedliches kleines Hirn eindringen wollen und das mit der Firewall, du weißt ja, die war gestern und die letzte Zeit unter Dauerbeschuss, und die haben wir vorsorglich in Quarantäne Modus geschaltet. Und das mit den Viren, bei dem Dauerbeschuss gerade, dem du dich aussetzt, du weißt, ich will ja nicht schwarzmalen, aber…

Um es abzukürzen, dass sind Tage, an denen man eigentlich sofort wieder ausschalten will und weiß, da muss man jetzt durch. Man versucht, sich nicht all zu oft die Frage zu stellen, wie das wohl andere Menschen machen mit ihrem Kopf und ihren Gedanken. Warum nicht überall gesprengte Köpfe herumlaufen, die hier und da einfach vor sich hin schreien, sondern einem einfach still begegnen, vorbeihuschen, und einen Gedanken bis zu Geschichte hinterlassen. Man fragt sich, wo all die Menschen sind, die sich mit Bootcode oder Binärcode beschäftigen, eigentlich müssten das ja doch alle tun. Aber dafür laufen sie alle viel zu straight durch die Welt. Und Arbeiten an der Ursuppe… das ist nicht straight. Das ist vielmehr try & error. Das ist vielmehr sehr oft Dinge ausprobieren, von denen man keinerlei Ahnung hat, was sie eigentlich tun und machen oder welchen Sinn und Effekt sie haben. Umso feiner, wenn man meint, etwas verstanden zu haben, aber einen Fehler zu verstehen, heißt noch lange nicht, ihn behoben zu haben. In Entwicklersprache ausgedrückt: Es wimmelt von workarounds im menschlichen System. Und irgendwann wird man vielleicht für das ein oder andere Problem eine Lösung finden und sich unglaublich weise dabei vorkommen, des Rätsels Lösung gefunden zu haben. Kann aber durchaus so sein, dass man nur einen weiteren Workaround für ein ganz anderes Problem geschaffen hat. 

Das Problem zB mit den Wünschen und Sehnsüchten. Das ist ein ewiger Kreislauf von Workarounds. Und man sollte bloß nicht meinen, verstanden zu haben und die Lösung darin zu erahnen, dass das System schließlich laufen muss, ergo Energie braucht, die zB gut bei Reibung entsteht. Sozusagen der Selbsterhaltungstrieb des Systems an sich. Wenn nicht sogar Optimierungstrieb. Deswegen sollten sie ja auch brav unerreichbar bleiben, bzw dynamisch mitwachsen, die Wünsche und Sehnsüchte. Und es käme mir gar nicht anders in den Sinn als es mir dann System immanent vorzustellen. Dass muss also in jedem Menschen von Natur aus enthalten sein. Und schon hier könnte man den Workaround bemerken… aber besessen von der eigenen Idee übt man sich fleißig weiterhin darin, für genügend Energie zu sorgen. 

Und darf sich oft wundern, wie das andere Menschen machen. Kämpfen die nicht um das scheinbar Unerreichbare? Wollen Sie nicht genau dahin, was so weit und fern erscheint? Begehren sie nicht die Spiegelbilder ihrer selbst, die sie in anderen Menschen erahnen? Und wie halten sie nur das Begehren festklammernd an einem Zustand aus? Lieben sie sich wirklich schon selbst, wenn sie sagen, dass sie jemand anderen so sehr auf ewig lieben? Und wenn ja, wenn, das bei allen Menschen doch gleich ist, warum ist es dann so verhalten ruhig auf dieser Welt…

Es reichen doch schon unglaubliche Kleinigkeiten, um für ein bisschen Unglücklichkeit zu sorgen. Es braucht keine Anleitung dazu. Müsste doch ein jeder sehr gut können.

Ich kann das fabelhaft gut jedenfalls!

[So lange dabei Musik abfällt, soll es am Ende recht sein. Und ich verstehe inzwischen auch Yann Tiersen. Musik ist wiederverwertbar. Das ist auch so ein workaround, man kann Musik sozusagen als reinen Energieausdruck verstehen]

 

Aber zum Glück gibt es ja aber tolle Fehlermeldungen beim Zähneputzen. Je älter man wird, desto lustiger wird es, sich bei seinen eigenen Wegen und Workarounds zu beobachten. Man meint auch irgendwie, einen möglichen Sinn dahinter zu finden. Man beobachtet sich sozusagen, wie man einen schönen fetten Eintrag in die Registry vornimmt, im guten Wissen, dass das nicht gut gehen kann, eigentlich. Aber hey, es gibt da diese Möglichkeit, die Pflicht des Bootcoders, dass es klappen könnte, dass das alles auf einmal einen Sinn macht und so funktioniert, wie es soll. Und am Ende sogar die beschissen Warnmeldung am Anfang weg ist. Wäre ja was… wäre ja schon fast Mac. Und immerhin, man hat es versucht… mit der Utopie…

Man soll mir nicht vorwerfen können, dass ich es nicht versucht hätte! [das ist gtd in Reinform!]

[und wers versteht, sollte sich angesprochen fühlen]


Mai 14 2008

Drei Punkte. Am Mac idealer Weise per alt+’.’ erzeugt. Das ist nicht das selbe wie drei Punkte hintereinander. Die schauen nämlich so aus:
… und die richtige Variante schaut folgend aus:
… (und in hier dann doch wieder fast gleiche Optik, man probiere es selbst…)
Jaja, da gibt es einen Unterschied. Die richtige Variante nennt sich “Ellipse”. So hab ich das gerade jedenfalls in der Wikipedia gefunden. (Ein tolles Beispiel für Google Suchergebnis Titel Contest ergab das – sehr herrlich). Soso, Ellipse also: Ellipse (griechisch έλλειψιςélleipsis – das Fehlen, die Aussparung, Auslassung insbesondere inmitten von etwas).

Ich liebe es ja, wenn man auf einmal einen Namen für etwas hat, was man schon die ganze Zeit macht. Die meisten bekommen das mit der alt Taste sowieso nicht mit und denken am Ende, dass ich voll einen an der Klatsche habe, weil ich penetrant überall und immer drei Punkte hintereinander mache (das muss ja anstregend sein!).

Nunja, erstens ist es also ein handliches Vergnügen, auf die alt und die . Taste gleichzeitig zu donnern, das ist ungemein viel lustvoller in der Handlung als ein langweiliger ‘.’ alleine. Und zweitens ist es eines der wundervollsten Zeichen, die es gibt. Es ist nämlich nicht: Punkt! Punkt! Punkt!, sondern viel geschmeidiger, so ein weglassen und doch weiterdenken. Drei Punkte kehren das Prinzip des Punktes sozusagen für mich durchaus um. Da ist kein Ende, sondern da geht es weiter, aber die Worte reichen am Ende nicht aus. Sozusagen durchaus eine Auslassung, weil es so unglaublich schwer ist, all seine Gedanken zu Papier zu bringen. Oder diesen einen bestimmten Gedanken…

Drei Punkte sind also in sich eher hilflos und bei weitem nicht so stark wie ein einzelner Punkt, der immer irgendwie ein Ende markiert. Es gibt Texte, die nagel ich voll Ellipsen, der Text ist zum Schluss entweder ein Fluss oder absolut ausgefranst, das kommt auf den Betrachtungswinkel an.

Ich liebe das Zeichen auf jeden Fall unglaublich.
Was würde ich nur ohne es tun¿ (ha, da geht noch einiges¡ )

Nichts könnte besser für Gedanken stehen.

 

 

 

das musste einfach einmal gesagt sein!
auf noch unglaublich viele dieser Ellipsen…


Für Unverständlichkeit stehen die wohl auch: Ellipse und Ellipsoid.
Verdammt, da rumpelt es im Gedächtnis. Da war doch mal was… das nannte man Mathe Unterricht… richtig… verdammt… also ich war auf jeden Fall mal wissender als ich es jetzt bin… aber ich würde auch alle meine Joker bei Quizspielen schon bei den ersten fünf Fragen verzocken. Wahrscheinlich sogar bei einer Frage wie: Die Tastenkombination für das @ Zeichen auf Windows. Da würde ich mir nur denken… alt… grrrrrrrrrrrrr… und meinen Telefonjoker verzocken. Dafür könnte ich für Mac entgegen fragen, von welchem System er es wissen wollen würde. Ich frage mich nur gerade, welches Mac OS dann wohl zum ersten Mal dieses Zeichen enthielt: 6, 7,8 oder 9? Lange lebe alt+shift+1.

… 

Übrigens, ich bin mir fast ziemlich sicher, dass alt+’.’ schon immer im System steckte. Das würde zu Jobs passen. Es sind nämlich durchaus die Kleinigkeiten.

und Ellipsen auf Windows? Man kläre mich auf!

und Schande allen Programmen, die das Zeichen nicht unterstützen, weglassen oder zerstückeln! das ist ganz böse und pfui.