Vor ca 17 Jahren kaufte sich mein Vater eine neue Schreibmaschine. Die davor konnte Texte auf eine Diskette speichern und wieder von ihr laden. Mehr konnte sie nicht, war also als Spielgerät höchst ungeeignet. Das Menü hatte man recht schnell erforscht, schreiben war wiederum nicht so die interessante Sache, das überließ man dann doch lieber dem Vater. Die neue Schreibmaschine kam in mehreren Teilen. Ein Bildschirm, eine Pizzaschachtel, ein Drucker, die eigentliche “Schreimaschine” und ein Gerät, das man an die Schreibmaschine anstecken konnte und das einen beweglichen Ball auf der Unterseite hat. Und auf all diesen Teilen war ein (meist) bunter angebissener Apfel als Logo eingelassen. Vor mir stand also eine Apple Schreibmaschine und bis heute frage ich mich, wie es eigentlich genau dazu gekommen war, dass es eine Apple Schreibmaschine wurde. Sehr, sehr wahrscheinlich ist das aber einfach nur ein dummer Zufall, der Vater beim falschen Kollegen, der sich das aller neueste Schreibgerät gekauft hatte und seine alte Apple Schreibmaschine loswerden wollte. Also packte er meinem Vater alle Teile und zusätzlich all die Bücher, Handbücher, die er dazu hatte, in eine Kiste und gab sie meinem Vater mit. Keine Ahnung, wie sehr der Geldbeutel meines Vaters dabei geblutet hatte, aber mein Vater hatte wohl noch genügend kindlichen Spieltrieb in sich und wohl beim Anblick des neusten Spielgerätes des Kollegen selbst genug Blut geleckt. Ausserdem sollte man ja damit noch viel toller Text schreiben können.

Da stand er nun, der Apple Macintosh LC III, 4 MB Ram, 40 MB Festplatte und 25MHz. Und wenn man das dicke Handbuch soweit studiert hatte, dass man wusste, wie man all Teile miteinander richtig verbindet, dann konnte man den Einschaltknopf drücken und auf dem Bildschirmteil erschien ein kleines grinsendes Computergesicht. Kurz darauf, keine 5 Sekunden später sah man eine bunte Oberfläche mit Schrift und Icons.

Ich weiss nicht mehr, wie lange es brauchte, um die Maus als Maus kennenzulernen und zu benutzen. Irgendwann später hatte ich noch einmal das Tutorial entdeckt, dass dem Computer beilag und auf dem genau erklärt wurde, was eine Maus ist und die mit Übungen trainierte, wie man sie richtig benutzt. Das alles noch in schwarz und weiss, als interaktiver “Film”. Denn die neue Schreibmaschine, die war viel mehr als eine Schreibmaschine, das war mir wohl ab dem Punkt des lächelnden Computergesicht schon klar gewesen. Die folgenden Tage und Woche verbrachte ich mit all den Handbüchern, eines davon zu Ragtime (ja, die Software gibt es immer noch). Ich lernte Tabellenkalkulationen ohne das ich eine Ahnung hatte, wofür man das überhaupt brauchen könnte. Aber irgendwann konnte ich tolle Tortendiagramme aus Tabellen erzeugen und versuchte meinem Vater davon zu überzeugen, dass er solch schicken Tortendiagramme doch wirklich in seinem Kirchenboten einbauen müsse, damit könne man ganz toll Zahlen präsentieren. Mein Vater winkte zwar ab und schüttelte vergnügt den Kopf, aber ich bin mir bis heute sicher: würde es mehr Torten,- und Balkendiagramme in Kirchenboten geben, müsste sich die Kirche nicht über so viele Austritte beschweren. Man müsste das nur als Kampagne fahren, wir schaffen noch weniger Austritte in diesem Jahr, daneben ein sinkendes Verlaufsdiagramm. So was wollen Menschen sehen, das gibt ihnen ein gutes Gefühl!

Um die Tortendiagramme kam mein Vater wohl noch herum, nicht aber, selbst das Handbuch im Urlaub zu lesen, um ein bisschen zu verstehen, wie sein Texteditor überhaupt funktioniert und was man damit alles so machen kann. Ja, der liebe Computer, der einem all die Arbeit abnehmen soll, versaut einem den Urlaub, weil man dann nachts von Fettdruck und verschiedenen Schriftformatierungsmöglichkeiten träumen muss. Ich wiederum mochte meinem Vater ab da an am meisten, wenn er sein Büro nicht brauchte. Dann war es Zeit, das Gerät zu erforschen und all das auszuprobieren, was man damit so anstellen konnte. Auch wenn man nicht wirklich an einem Mac spielen konnte, es gab dann doch Civilization. Nur funktionierte der Cheat nicht, also musste man die Weltherrschaft über viele Tage hinweg erringen. Und mit Civilization war auch das Ende der LC III Ära eingeläutet. Denn mit jedem Tag mehr wurde mir klar, dass ein toller neuer Mac her musste. Ich feilte also tagtäglich an meinen Überzeugungskünsten, bis ich eine unerträgliche Penetranz entwickelt haben muss, die ausreichte, meinen Vater zur Bank und dann gemeinsam zu Gravis fahren zu lassen. Immerhin, es gab einen Mac Store in Nürnberg, direkt am Hauptbahnhof, mit einem großen Regenbogen Apfellogo am Gebäude (das hing dort übrigens noch Jahre lang, bis es mit Gravis den Bach runter ging).

Es war ein Perfoma 5200. Der hatte 75MHz und mehrere hundert MB Festplatte und ein CD Rom Laufwerk. Und die Kiste hatte ein eingebautes 14.400 Modem! Der Scanner, den mein Vater zusätzlich gekauft hatte, wollte nicht funktionieren, und irgendwo im Handbuch stand, dass man sich auf eine Mailbox einwählen könne und dort den aktuellen Treiber herunteladen könnte. 3 Tage und einige Auslandstelefonaten später hatte ich dann den aktuellen Treiber und mich das erste Mal auf einer Mailbox bewegt. Das war interessant aber so richtig Klick hatte es noch nicht gemacht. Klick hat es dann mit der ersten Compuserve CD gemacht. Auf einmal war man nicht mehr alleine auf einer kleinen Mailbox, sondern auf einer sehr großen Mailbox, in bunt und mit vielen Menschen darin, mit denen man sogar kommunizieren konnte. Von meinem Konformationsgeld kaufte ich mir für 900DM einen CD Brenner. Mein ersten 5 Rohlinge kosteten 50 DM, zwei davon hatten dann einen Schreibfehler, Buffer underrun. Das Gerät bekam ich trotzdem refinanziert. Meine Freunde brauchten viele Sicherungskopien ihrer CDs, wahrscheinlich gingen sie einfach nicht sorgfältig genug mit den CDs um! Das halbstündige Zittern vor dem Computer wurde dann entsprechend entlohnt. Denn einen Brenner hatte keiner, den hatte erst jeder, als sie billig waren. Also brannte ich auch fleissig Windows CD auf einem Mac. Ich konnte zwar nichts davon installieren, aber immerhin brennen. Das reichte auch schon vollkommen.

Aber es änderte sich zunehmend in meinem Umfeld. Das Mac Betriebssystem war bei Version 8.6/9 angekommen, man konnte nun parallel Dateien kopieren und weiterarbeiten (was zwar suckte, aber hey, es ging!), aber es tat sich etwas auf all den anderen Computern. Windows 95 kam, neben viel mehr Menschen, die nun auch Computer mit Maus bedienen konnten. Und irgendwie stand man mit seinem Mac immer und immer mehr alleine auf weitem Flur. Stand man eigentlich schon immer, aber es schmerzte nie davor. Es fing nur langsam an, zu schmerzen. Und diese Schmerzen wurde man nicht mehr los. Die blieben. Man war vom anderen Lager und deswegen funktionierte erst einmal gar nichts. Disketten musste man extra für PCs formatieren, sonst konnte der PC mit der Diskette gar nichts anfangen. Man brauchte Textkonvertierungsprogramme um Word Dokumente von Windowsrechnern öffnen zu können. Und es gab vor allem kein einziges aktuelles Spiel mehr auf dem Mac, bzw nur noch sehr wenige. Spiele hatte entweder der Freund, dessen Vater Architekt war und ein ganzes Büro voller Highend Macs hatte oder man sparte sehr lange, um es sich offiziell kaufen zu können. Die ganze Raubkopierszene war Windows/Dos orientiert, für den Mac hatte ich keine entsprechenden Kontakte. Mein Architekten Freund wechselte zu Windows und gründete später seine erste Firma für PC Einrichtung.

“Mein” nächste Rechner war ein böser Clon, ein Gravis MT, graue billige PC Kiste, aber mit dem Mac Betriebssystem. Ja, richtig, das gab es einmal, Clon Macs, die erlaubt waren! Und ein 56k Modem. Das wurde alles für das Pfarramt angeschafft. Die Sekretärin arbeitete aber meist nur bis 12 Uhr, ich hatte nun also mein eigenes Büro neben dem Büro meines Vaters. Ich sorgte dafür, dass wir unter die ersten 10000 DSL Testkunden kamen, musste dann aber doch ein halbes Jahr auf den Anschluss warten. Der kam dann ziemlich zeitgleich zu Napster. Und von Napster aus, gab es eigentlich kein zurück mehr. Ich versuchte meine erste HTML Seite zu bauen und stellte sie irgendwo ins Netz. Ich entdeckte, wo man von Photoshop laden konnte. Das Programm, über das in alle den Mac Zeitschriften so viel geschrieben wurde und das so viel wie ein Rechner kostete. Das waren aufregende Zeiten. Weil man an einem Mac nicht spielen konnte, verbrachte ich meine Zeit irgendwie anders mit dem Gerät. Und eigentlich war es stets nur ein ständiges Ausprobieren. Das System gegen die Wand fahren, wieder frisch installieren, damit die Sekretärin auch wieder arbeiten kann. Das schulte die Kenntnis über das Mac System. Irgendwann wusste ich für jede Systemerweiterung so ungefähr, für was sie zuständig war, und ob man sie braucht, oder nicht, um das System hochzufahren.

Irgendwann war der Schmerz zu groß, der erste eigene Rechner musste her. Es war ein G4 400 MHz. Gebraucht. Ein Schnäppchen. Ich bekam ihn nur zu dem Preis, weil alle anderen, die viel höhere Zahlen genannt hatten, dann doch nicht zahlen wollten. So war der Businessmensch genervt und vollbrachte eine gute Tat. Fuhr mir sogar den Mac vorbei, weil die Kiste zu groß für den Versand war. Ein G4 mit einem 19 Zoll Bildschirm. Mit all den Daten, die er auf dem Mac hinterlassen hatte. Der Mac war an sich für seine Frau gedacht, sie hatte ihn nie benutzt, also hatte er ihn kurz benutzt, ein paar Kopien von Mails, die sein Fremdgehen dokumentierten darauf abgelegt. Natürlich noch ein paar Pornobildchen. Der Klassiker eben. (Es wäre eine Suche wert, ob diese CD noch existiert.)

So wurde ich endgültig einer vom anderen Lager. Einer von dem Lager, wo nichts funktioniert, wo man kein einziges Spiel installiert bekommt. Statt dessen kaufte ich mir Bücher über Quark Express und versuchte mit Golive, Photoshop, Freehand und Quark zurecht zu kommen. Und ich verbrachte ein sehr großen Teil meiner Zeit im Netz, keinen geringen Teil davon in Netzwerken, die Mac bezogen waren. Dort trafen wir anderen auf Gleichgesinnte und boten uns gegenseitig all das an, was wir zu bieten hatten. Es gibt wohl wenige Carracho Anwender unter den heutigen Mac Anwendern, aber die, die es kannten, werden es wohl eher nicht vergessen. Zu viel Zeit haben wir dort verbracht, uns unterhalten und ausgetauscht. Kleine dezentrale Netzwerke. [facp] war eins davon. Ich lebe immer noch mit einem anderen Mitglied von diesem Netzwerk unter einem Dach. Es war noch die Zeit, wo man genau hinsah, wenn man ein Apple Logo leuchten sah. Das war noch etwas Besonderes und es waren nicht selten interessante Persönlichkeiten, die man manchmal traf oder miteinander sprach, nur weil man die selbe Computermarke besaß.

Ich hatte nie einen Computer zu Hause, den ich ohne Maus bedienen musste. Mir blieb es schleierhaft, wie meine Freunde mit ihrem DOS System klar gekommen sind. Und Windows 95 bot auch nicht wirklich das, was ich als eine Besserung empfunden hätte, ausser dass all das dort funktioniert, was meine Klassenkameraden und Freunde auf ihren PCs so machten: spielen, eDonkey und ihre PCs pimpen. Man musste trotzdem viel Schmach mitnehmen, endlose Diskussionen über die lahmen Macs und überteuerte Hardware. Man stand immer recht alleine auf weiter Flur. Man konnte noch so oft erklären, dass man es als zu schmerzvoll empfindet, ein funktionierendes Netzwerk unter Windows einzurichten. Die Hardware blieb zu teuer und war auch nicht pimpbar.

Und es fühlte sich irgendwann auch gar nicht mehr so schlecht an, das think different. Ich fühlte mich wohl in der Welt der eingefleischten Mac Liebhaber und Maus Schubser. Man fand das alles gut, dieses anders, die bunten iMacs, die auf einmal kamen. Man fand sie gut, die Apple Videos und war schon von dem neuen Produkt iPod überzeugt, als man nur den Werbespot mit dem aus der Tür tanzenden Typen gesehen hatte, der kurz davor den Song in Sekunden von seiner Festplatte auf den tragbaren Player übertragen hatte. Da hatte es Klick gemacht im Kopf. Und das erste Zivi Gehalt ging für einen iPod flöten. Und ich habe es keine Sekunde je bereut, ich habe es nur genossen, in der U-Bahn, im Bus, auf dem Fahrrad. Das war kein Gerät mehr, für das man sich schämen musste, das war ein Traum, der Wirklichkeit geworden war. Es gab neue iPods, sie wurden kleiner und hatten mehr GB Speicher. Sie sahen noch edler aus und fühlten sich gut an in der Hand. Und auf einmal sah man immer mehr Menschen mit iPods und den weissen Kopfhörer Kabeln. und irgendwann fingen die weissen Kopfhörer Kabel eine Art Erkennungsmerkmal für den Coolness Faktor zu sein. Obwohl man durch diese Kopfhörer so überhaupt gar keinen coolen Sound geliefert bekommt.

Es blieb nicht bei dem iPod, es kamen iPhones und iPod touch, es kamen eine ganze Reihe von MacBooks/iBooks. Man sah sie irgendwann überall. Egal wo man war, irgendwo tauchte eine Mac Produkt auf. Man konnte sich irgendwann darauf verlassen. Sie haben wohl meist kein OS X 10.0 gesehen, auch kein 10.1 oder 10.2, sie sind am Ende mit Leopard zu dem Mac gekommen. Sie kennen nicht den Leidensweg von System Version 9 bis 10.3. Sie haben sich einen Mac gekauft, weil dort alles ja funktionieren soll und ausserdem hübsch ist. Sie haben am Ende auch wirklich weniger Probleme oder bilden sich das zu mindestens ein. Ausserdem hat man ja schon ein iPod oder iPhone und überhaupt hat ja jeder einen iPod oder ein iPhone, da braucht man das ja auch. Es ist nichts besonderes mehr, einen leuchtenden Apfel zu sehen, er ist in meiner Welt eher allgegenwärtig existent. Man kann sich auch nicht mehr darauf verlassen, dass man hinter einem Apple Produkt einen think different Anhänger vorfindet. Manche von ihnen würden sich vielleicht sogar vor einem Apple Store stellen und jubeln und klatschen, wenn er eröffnet wird. Einfach so, macht man halt so, die anderen klatschen ja auch.

Ich hatte lange keine wilde Diskussion mehr mit einem Apple Hasser. Letzten Freitag war es mal wieder soweit. Er war davon überzeugt, dass Apple absolut minderwertige Qualität verbaue und überhaupt nur Schrott abliefere, Platinen, auf denen alles fest verlötet ist und solche Sachen. Richtig, dachte ich mir, das haben sie auch schon bei meinem Perfoma 5200 gemacht. Fest verlöteter Prozessor, kein Stecksockel. Und die Bildschirm Qualität, unter aller Sau. Er war sehr schnell in Rage und kurz vor dem Explodieren. Ich habe mir angewöhnt, bei solchen Kandidaten das Argument fallen zu lassen, dass ich für das System, ohne mit der Wimper zu zucken das doppelte oder dreifache hinlegen würde. Das machte ihn Erwartungsgemäß noch viel wütender.

Mir war nicht nach einem Wutgespräch. Und es erschien mir auch nicht möglich, eine konstruktive Diskussion zu führen. Ja, es gibt bestimmt Punkte, die einer Kritik würdig wären, aber billige Hardware überteuert verkaufen ist kein Argument. Ein Argument wäre, dass Apple den Gewinn nicht exzessiv dazu benutzt gerechtere Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten zu schaffen anstatt den Gewinn an die Aktionäre auszuschütten. Sie könnten sich auch exzessiv dafür einsetzen, wie sie ihre Wegwerfprodukte (und auch die der gesamten Computerindustrie) umweltverträglich recyceln oder sich tolle neue Konzepte einfallen lassen, wie man kaputte und alte Geräte weiter benutzt. Davon gibt es nämlich sehr viele. Egal von welchem Hersteller. Auch das wäre ein Argument. Apple Produkte sind nicht überteuert und das werden sie auch nicht mehr sein. Apple Produkte sind inzwischen Massenprodukte. Wenn Apple zusätzlich noch etwas dazu beitragen kann/konnte, dass man für gute Produkte auch gern mehr zahlen kann, dann find ich das auch nicht verkehrt.

Letzte Woche ist Steve Jobs im Alter von 56 Jahren gestorben. Die Produkte seiner Firma haben mich von der analogen Schreibmaschine bis hin zum digitalen iComputer für die Hosentasche begleitet. Sie waren mein Werkzeug, um mich in der digitalen Welt zurecht zu finden, mein Fenster in die digitale Welt. Und ich bereue keine Sekunden, diese Wahl getroffen zu haben, bzw die Möglichkeit überhaupt bekommen zu haben. Das gute Gefühl fing bei dem grinsenden Computergesicht an, wollte nicht aufhören, als ich den ersten Song auf meinem ersten iPod hörte und war nicht weniger stark, als ich auf dem iPhone die Adressansicht mit meinem vorherigen Telefon vergleichen konnte. Die Produkte seiner Firma sind verdammt allgegenwärtig in meinem Leben, sind mein Werkzeug, um an der digitalen Welt teilzunehmen. Ich wäre heute wohl kein Webentwickler, hätte mich der Mac wegen fehlender Spielfähigkeiten nicht zu den Produktionswerkzeugen des Computers geführt. Ich würde am Ende auch nicht dieses ausgeprägte Bild von einem Werkzeug haben, mit dem man sich ausdrücken kann, dass einen beschränkt um sich überhaupt erst entfalten zu können. Das hat Apple verstanden, vielleicht haben sie sich das von Kindern (und den erziehenden Eltern) abgeschaut, aber Begrenzung ist keine schlechte Sache an sich. Sie kann verdammt hilfreich sein, klare Strukturen ebenso. Und sie haben eine Vorstellung davon, was es heisst den Anspruch an sich selbst zu haben, es gut zu machen. Ein gutes Produkt anzubieten. Mit einem hohen ästhetischen Anspruch. Dafür ist Steve Jobs bestimmt nicht alleine verantwortlich, aber die Firma, die er mit gegründet hat. Und diese besteht aus vielen Menschen, die gemeinsam immer wieder eine neue Vorstellung entwickelt haben, wie sie ihren Anspruch umgesetzt bekommen. Sie sind auch immer wieder großartig daran gescheitert und es bleibt offen, wie Apple das Verhältnis von Freiheit und Begrenzung in Zukunft gestaltet. Ich hoffe, sie bleiben ihrem Motto des Scheitern könnens treu.

Das Steve Jobs auch noch bei Pixar seine Finger im Spiel hatte, ist dann eigentlich schon zu viel des Guten. Einer der letzten Filme, die mich wirklich berührt hat: Up! Es müssen wundervolle Menschen sein, die digital geschaffene Menschen so viel Menschlichkeit einhauchen, dass man von Empathie beim Zuschauen übermannt wird. Menschen, die ihre Welt und Mitmenschen sehr gut beobachten und zu beglücken wissen. Man kann sagen, was man will, Steve Jobs scheint es verstanden zu haben, viele solcher wundervoller Menschen zusammenbringen und gemeinsam an einer Sache arbeiten zu lassen.

Danke für 17 Jahre voll Inspiration und stetigen Antrieb.

Will try to stay hungry, foolish I am!

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