Fieber

So stell ich mir das Jenseits der Toten vor:
Karbol, Eis und Scheiße.
Die Menschen kriegen nicht einmal Fieber
Wenn sie ihre eigene Pisse saufen.
Ich habe das Fieber der ganzen Welt in den Augen -
Und wie der Eiterstrahl der Syphilis
beißt sich das schwarze Fieber nackt und sterbend
in den geschwollnen blanken Beeren meines Herzens fest.
Ich verbrenne an meinem Fieberschaum
und mein Maul ist von Leidenschaft zerfetzt
wie der Unterleib eines verfolgten Tieres.
Ich bin ein Neugeborener mit Asche an den Hüften -
meine Mutter hat mich an der Nabelschnur
hochgeschleudert wie ein Hammer
und mitten in den aufgekratzten Arsch der Sonne!
Ich gehe aufrecht wie die jüngste Mutter und tobe
schreiend durch die Asche bis zum Maul und meine Augen
saufen von der Wut, die durch die abgesackten Himmel
schießt – Licht! Licht! ich fresse schwarze Flammen!
ich scheiße auf eure Gesetze! in mir ist alles schwarz
von Sonne! sie spritzt ihre rasenden Kerne in den
schäumenden Wald meines Körpers! mein Blut brüht wie
irrsinnige Hechte durch die Abflußrohre meiner Seele!
Ich bin ein Mutterkuchen!
ich will lieber von einer Tigermutter zerreißen
lassen, daß ich in ihren Hüften weiterschwinge! Dynamo! Dynamo!
Meine Haut ist mir zu eng – die Tränen explodieren unter
meiner Haut – ich bin wie ein Frosch in einem Glas und das
Licht knallt mir auf den Kopf und ich werde immer wieder
zurückgeschleudert von meinem Blick -
Sonne – Sonne – sie hat mir auf die weiche Stelle meines
Gehirns gespuckt – Strahlen Strahlen – schwarze drohend braune -
über mir – unter mir – in mich hinein wie in die schreiende
Brust einer Frau – in mein Eiterherz wie ein Kris -
Rasende Feuerkugel in mir -
Sonnen wie gefangene große Vögel
und fressen den Schrei in mich hinein
und baden ihre brüllenden Schwingen in meiner
wunden Seele – weiter weiter weiter weiter weiter!
Ich lasse die Sonne nicht mehr los, die mein Mädchenblut
gesoffen hat – und Asche Asche Asche.
Sie holen mich zum Morden -
ich bin ganz fleckig -
ich kann nicht mehr sehn, ob es Blumen gibt -
der Himmel ist in Streifen geschnitten
und einer soll gehängt werden —-

So stell ich mir das Jenseits der Toten vor:
Karbol, Eis und Scheiße.

Die Menschen kriegen nicht einmal Fieber
Wenn sie ihre eigene Pisse saufen.

Ich habe das Fieber der ganzen Welt in den Augen -
Und wie der Eiterstrahl der Syphilis
beißt sich das schwarze Fieber nackt und sterbend
in den geschwollnen blanken Beeren meines Herzens fest.

Ich verbrenne an meinem Fieberschaum
und mein Maul ist von Leidenschaft zerfetzt
wie der Unterleib eines verfolgten Tieres.
Ich bin ein Neugeborener mit Asche an den Hüften -
meine Mutter hat mich an der Nabelschnur
hochgeschleudert wie ein Hammer
und mitten in den aufgekratzten Arsch der Sonne!

Ich gehe aufrecht wie die jüngste Mutter und tobe
schreiend durch die Asche bis zum Maul und meine Augen
saufen von der Wut, die durch die abgesackten Himmel
schießt – Licht! Licht! ich fresse schwarze Flammen!
ich scheiße auf eure Gesetze! in mir ist alles schwarz
von Sonne! sie spritzt ihre rasenden Kerne in den
schäumenden Wald meines Körpers! mein Blut brüht wie
irrsinnige Hechte durch die Abflußrohre meiner Seele!

Ich bin ein Mutterkuchen!

Ich will mich lieber von einer Tigermutter zerreißen
lassen, daß ich in ihren Hüften weiterschwinge! Dynamo! Dynamo!

Meine Haut ist mir zu eng – die Tränen explodieren unter
meiner Haut – ich bin wie ein Frosch in einem Glas und das
Licht knallt mir auf den Kopf und ich werde immer wieder
zurückgeschleudert von meinem Blick -

Sonne – Sonne – sie hat mir auf die weiche Stelle meines
Gehirns gespuckt – Strahlen Strahlen – schwarze drohend braune -
über mir – unter mir – in mich hinein wie in die schreiende
Brust einer Frau – in mein Eiterherz wie ein Kris -

Rasende Feuerkugel in mir -
Sonnen wie gefangene große Vögel
und fressen den Schrei in mich hinein
und baden ihre brüllenden Schwingen in meiner
wunden Seele – weiter weiter weiter weiter weiter!
Ich lasse die Sonne nicht mehr los, die mein Mädchenblut
gesoffen hat – und Asche Asche Asche.

Sie holen mich zum Morden -
ich bin ganz fleckig -
ich kann nicht mehr sehn, ob es Blumen gibt -
der Himmel ist in Streifen geschnitten
und einer soll gehängt werden —-

(aus Klaus Kinski – Fieber – Tagebuch eines Aussätzigen)

One thought on “Fieber

  • sanne sagt:

    …ich hätte nicht gedacht, dass man mit worten die grenzen der sprache derartig sprengen kann || kinski – die alte sau- schafft es den abgrund zu eröffnen… ich verneige mich …

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>