kurzreise

Nebel überall. Er verdeckt die Sicht, verschlingt Hochhäuser, als ob sie nicht wären. Die Strassen leergefegt, nur die Blätter liegend entschuldigend und als Platzhalter wirr in der Gegend umher. Es ist kalt, doch die Kälte frisst einen später nicht so sehr auf, wie man anfangs erwartet hat. Der Taxifahrer erzählt, dass es hier nicht nur gelbe Taxen gibt. Da wären auch rote oder schwarze. Das sei gar nicht mehr so selten. Das Taxi, über das ich meinen Kopf schüttelte, war halb gelb und schwarz und hatte vorne Fähnchen. Es wirkte irgendwie ein wenig gedehnt. Wie der Ansatz zu einer Limousine. Nur meilenweit davon entfernt. 

Zimmer voller Schreibmaschinen, diese alten Klapperdinger. Sogar eine Orga stand herum und wirkte immer mitunter noch am majestätischsten. Nicht das gleiche Modell wie im eigenen Zimmer, eher die Nummer größer. Barmenschen, die bei der Aussage Bionade belustigt mit der Rückfrage Beo oder Bio reagieren. Wenn man dann aber trotzdem auf seine Bionade besteht und dennoch Beo Heimat bekommt, hat man das Gefühl, den Witz nicht so ganz verstanden zu haben. Vor allem, wenn man den ersten Schluck genommen hat… Und ein Staubsauger, die mehr wie die motorisierte Version eines Hexenbesens aussehen.

Da ist man nun, wo man immer sein sollte und doch nie war. Irgendwie weiß man, dass es nicht gerade der tollste Zeitpunkt ist, um nun alles auf einen Schlag unterzubringen. Aber irgendwie funktioniert das in so einer Stadt dann doch irgendwie, so dass alle, die man einzeln besuchen würde, da sind.  So zwischen den Schreibmaschinen und Beos. Und irgendwie könnte man leicht überfordert damit sein, was mit einem Schlag zusammenkommt.

Der Nebel scheint an dem Ort sehr hartnäckig zu sein. Irgendwie bleibt er in meinem Kopf, will sich nicht ganz vertreiben lassen. Der Raum hat etwas von einer Familienfeier, eine die ausgelassen ist. 

Das schönste Bild bleibt eine Gastgeberin, die irgendwann spät auf einem Stuhl still von einem in den anderen Raum schaut, Gedanken verloren. Da und doch wo ganz anders. Der Augenblick, in dem man versteht, dass man selbst nicht da ist. Irgendwo, genauso wenig wie man erahnen kann, wo der Mensch auf dem Stuhl vor einem gedanklich gerade ist.

 

Es tut fast gut, durch die Kälte zu laufen und sich die Häuser anzuschauen. Ankommen, bevor man wieder fährt. Akzeptieren, dass man kein bisschen schlauer geworden ist. Auch wenn man es sich gerne immer wieder einreden will. Oder mann könnte auch sagen: Was meinste, wie ein Kuss jetzt eigentlich wäre? Und wenn man es probiert, setzt sich die Freundin dahinter und schreit ganz laut, iiiihhh, wie eklig. Das war jedenfalls ein schönes Bild zum Abschied. Und es ist nicht das Begehren geliebt zu werden, sondern das Begehren eines Liebenden, dass es zu begehren gilt. word… und bampige beats hätte es früher gebraucht.

 

Der Zug macht ratatatatat.
Nebel überall. Kleine Dörfer mittendrin.
Als ob jemand der lieben Welt eine Dunstglocke aufgestülpt hätte.
Der Zug macht noch immer ratatatatat.
Die Gedanken werden langsam müde, nachdem sie weit gereist sind.
Ich werde irgendwann noch einmal kommen müssen…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>