ankommen

Es ist leiser, es quietscht weniger. Es sind weniger Geräusche als früher, mehr die eignen, die man nun wahrnimmt. Neue Geräusche von nebenan, von neuen Menschen, die einem unbekannt sind. Neue Wege, die man laufen muss. Viele Dinge, Alltag, der sich verändern muss, damit er wieder funktioniert. Die Erkenntnis, dass alleine eine Wendeltreppe eine ganz neue Planung verlangt. 

Wenn man Klavier spielt, kann man momentan aus zwei kleinen Fenster blicken, über Schornsteine hinweg in den Himmel. Der Rest Baum am unteren Bildrand. Flugzeuge, die von rechts kommen und irgendwann später landen werden. Man hört sie nicht, wenn man spielt. Man sieht sie nur vorbeifliegen, alle fünf Minuten ein weiteres. Und wenn man in die Dämmerung hineinspielt, sind es irgendwann nur noch blinkende Lichter, die durch den Himmel flizzen.

Ich liebe die Schornsteine und Dachantennen. Es hat was von Karlsson auf dem Dach. Und wenn dann wirklich einmal jemand auf dem Dach herumtanzt, kracht es unglaublich laut darunter. Ich mag dieses halbfreie Bild der stillen Schornsteine, die in den Himmel übergehen, fast mehr, als den freien Blick. Es ist eine schöne Kontur, die denn Himmel von der lauten Erde trennt. 

Holzbalken, an denen man sich abarbeiten kann. Staub in der Luft, Unmengen davon, mehr als je eine Rauchwolke erzeugt hat. Viele Wege, die man gegangen ist, rauf und runter und wieder rauf. Höhenkilometer, die dazu dienen, sich ein zu Hause zu schaffen, in dem man irgendwann angekommen ist. Noch ist man das nicht, überall Kisten und Dinge, die darauf warten, getan zu werden, sich nicht nur an den Schornsteinen satt zu sehen. 

Viele Gespräche in den neuen vier Wänden. Unglaublich viel Lebendigkeit, die einen nur fragend zurücklässt, warum das alles gerade so passiert. Eine Fahrt in der Ring Bahn mit Weintrauben die erste ruhige Sache an einem Wochenende ist. 

Ich hab über viele Dinge nachgedacht die letzten Tage, über die ich schon viele Male nachgedacht habe. Ich bin reicher an Perspektiven, aber kein bisschen schlauer. Doch es ist keine Qual, es ist angenehm, herausfordernd.

Mein Kopf ist voller Bilder, die keine Kamera so festhalten könnte. Und der Raum nebenan klingt leer, nur mit einem Klavier darin stehend, unglaublich, er klingt wie die Bilder sind. Ein wenig irreal und schwer greifbar. Aber doch so voller Schönheit in sich. Zum darin baden. 

Es ist ein Ankommen…

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