Aug 26 2008

ankommen

Es ist leiser, es quietscht weniger. Es sind weniger Geräusche als früher, mehr die eignen, die man nun wahrnimmt. Neue Geräusche von nebenan, von neuen Menschen, die einem unbekannt sind. Neue Wege, die man laufen muss. Viele Dinge, Alltag, der sich verändern muss, damit er wieder funktioniert. Die Erkenntnis, dass alleine eine Wendeltreppe eine ganz neue Planung verlangt. 

Wenn man Klavier spielt, kann man momentan aus zwei kleinen Fenster blicken, über Schornsteine hinweg in den Himmel. Der Rest Baum am unteren Bildrand. Flugzeuge, die von rechts kommen und irgendwann später landen werden. Man hört sie nicht, wenn man spielt. Man sieht sie nur vorbeifliegen, alle fünf Minuten ein weiteres. Und wenn man in die Dämmerung hineinspielt, sind es irgendwann nur noch blinkende Lichter, die durch den Himmel flizzen.

Ich liebe die Schornsteine und Dachantennen. Es hat was von Karlsson auf dem Dach. Und wenn dann wirklich einmal jemand auf dem Dach herumtanzt, kracht es unglaublich laut darunter. Ich mag dieses halbfreie Bild der stillen Schornsteine, die in den Himmel übergehen, fast mehr, als den freien Blick. Es ist eine schöne Kontur, die denn Himmel von der lauten Erde trennt. 

Holzbalken, an denen man sich abarbeiten kann. Staub in der Luft, Unmengen davon, mehr als je eine Rauchwolke erzeugt hat. Viele Wege, die man gegangen ist, rauf und runter und wieder rauf. Höhenkilometer, die dazu dienen, sich ein zu Hause zu schaffen, in dem man irgendwann angekommen ist. Noch ist man das nicht, überall Kisten und Dinge, die darauf warten, getan zu werden, sich nicht nur an den Schornsteinen satt zu sehen. 

Viele Gespräche in den neuen vier Wänden. Unglaublich viel Lebendigkeit, die einen nur fragend zurücklässt, warum das alles gerade so passiert. Eine Fahrt in der Ring Bahn mit Weintrauben die erste ruhige Sache an einem Wochenende ist. 

Ich hab über viele Dinge nachgedacht die letzten Tage, über die ich schon viele Male nachgedacht habe. Ich bin reicher an Perspektiven, aber kein bisschen schlauer. Doch es ist keine Qual, es ist angenehm, herausfordernd.

Mein Kopf ist voller Bilder, die keine Kamera so festhalten könnte. Und der Raum nebenan klingt leer, nur mit einem Klavier darin stehend, unglaublich, er klingt wie die Bilder sind. Ein wenig irreal und schwer greifbar. Aber doch so voller Schönheit in sich. Zum darin baden. 

Es ist ein Ankommen…


Aug 25 2008

unterfickt

Unterfickt ist ein tolles Wort. Ein Wort was es von 0 auf die oberen Plätze der Bestenliste schafft. Ein Olympiawort sozusagen. Ich würde ja sagen, dass Deutsch in der Disziplin der Wortschöpfungsmöglichkeiten ganz vorne mit dabei ist und gute Chance auf Gold hätte. Aber underfucked ist auch nett. 

Die Wortschöpfung hat es bisher jedenfalls noch nicht bis in mein Bewusstsein geschafft. Nach einem Wochenende Konfrontationskurs mit diesem Wort, ist es nun in Fleisch und Blut übergegangen. Es ermöglicht ja auch die unglaublich präziseste Analyse von Menschen und ihren Problemen mit einem Wort: unterfickt! 

Unterfickt ist man übrigens auch, wenn man sich darüber Gedanken macht, was der Tiger und der Bär noch so für nette Dinge miteinander gemacht haben ausser Pilze sammeln und Angeln gehen. (Man beachte diese Sichtweise auch bei der Analyse der Schweinchen Geschichte).

Und wenn wir schon dabei sind: Deepthroating.

Bei dieser Sexualpraktik soll um den Penis herum ein Gefühl der Enge erzeugt werden. Mit der Stimulation zahlreicher Nervenendungen des hinteren Rachenraumes – die von vielen Menschen als sexuell anregend empfunden wird – ist meist die Provokation des natürlichen Würgreflexes verbunden. (siehe Wikipedia)

OK, kein G Punkt im Hals, aber immerhin zahlreiche Nervenendungen. Gina Wild meint folgendes:

„Anfangs habe ich manchmal einen Würgereiz bekommen. Dann habe ich gestoppt. Als Pornodarstellerin habe ich den so genannten Deep Throat gelernt. Das ist eine ganz bestimmte Technik. Wenn nämlich der Penis ganz hinten im Rachen den Vagusnerv berührt, dann schluckt man. Irgendwann hat man es heraus. Wenn der Schwanz hinten an den Nerv stößt, wird geschluckt. Dann hast du diesen Würgereiz nicht, und er geht richtig tief rein.“

Und überhaupt ein toller Wikipedia Artikel. Das ist im Ansatz mal ordentlicher Biologieunterricht. Der Vagusnerv also. Aber wie auch immer. Die Frage, nach dem warum und wieso wird kein Nerv dieser Welt gut beantworten können. Und Gina Wild als das Mass der Dinge zu definieren ist wohl auch ein bisschen zu viel des Guten. Und warum das Elemtent in Pornos inzwischen so penetrant vertreten ist, auch ein gute Frage. Ich nehme mal an, dass das zum großen Teil der Marktorientierung zu verschulden ist. Irgendwas riecht nach Trend oder wird zum Trend von entsprechenden Analysen berufen. Ich bezweifle, dass der Markt in dem Bereich weniger fiktiv ist. Wohl eher im Gegenteil. 

Ansonsten bin ich mir unsicher, ob es damit sehr viel anders ist, als mit so vielen Dingen. Egal ob Prostatamasssage, ein Arschfick, sämtliche Spiele mit Schmerz. Die Spielwiese ist zu groß, als sie überhaupt überblicken zu können. Und es ganz bestimmt keine saubere grüne Wiese. Zum Glück nicht. 

Und sich darüber all zu sehr zu sorgen, ob youporn und all das bei Jugendlichen zu einem schrägen Bild führen muss. Hmmm. Irgendwie mussten wir doch auch herausfinden, ob wir einen Arschfick machen wollen oder nicht?

Und falls der Leser nun denkt, er hat nun vollends einen an der Klatsche: unterfickt, ganz einfach!