die bayrische Wut

Dieses kleine beschissene “Land” im Süden Deutschland. Sozusagen ein Land im Land, weil schlandiger könnte es nicht sein, je näher man an den Weisswurschtäquator kommt. Ich hab ja so einen gewissen Grundhass auf dieses Land, vielleicht weil da meine so genannte Heimat liegt und vielleicht, weil ich es vor einigen Jahren mit großer Freude verlassen habe. Und dafür mag es unendlich viele Gründe geben, aber so einige haben einfach mit dem Land und seinen Menschen zu tun. Vielleicht auch, weil es mir einen Freund genommen hat. 

Und egal wie weit man sich von Bayern entfernt, es holt einen die ganze Zeit ein. Man nehme zB die Warteschlange vor dem Club. Und irgendwie könnte man auch Kilometer weit im Süden sein, weil um einen herum nur tiefes bayerisch gesprochen wird. Natürlich optimaler Weiße schon mit dem typischen Biernachgeschmack, also alles noch viel breiter in der Aussprache wird. Vor einem, hinter einem. Und sie sind gerne laut und auch gerne durchaus ein wenig arg dekadent. Frische Münchner in Berlin hören sich immer wie auf Dauerurlaub in Berlin an. Ich bin in solchen Schlangen dann einfach still, sage keinen Mucks, weil den scheiß Dialekt wird man nicht los. Und ich schäme mich… verdammt ja, ich schäme mich unglaublich, und zurecht, merkbar, wenn es irgendwann einer Berliner Atze zu bunt wird und ein Kommentar in diese Richtung fällt.

Und dann gibt es so Freitage, die verbringt man damit, sich mit einem bayerischen Kunden herumzuärgern. Und es bleibt leider ungemein das Gefühl zurück, dass die da unten ausser Bier, Fön, strammen Schenkeln und einem großen Haufen Scheiße nichts in der Birne haben. Und die rühren noch fleißig um in ihrer Suppe. Da flatterte eine E-Mail in den Postkasten mit folgenden Zeilen:

nimmst Du Deinen Job eigentlich ernst? Wie oft soll es noch meine Zeit
in Anspruch nehmen das Du vollständig arbeitest? Und bitte schreibe mir
erst wenn das wirklich gefixt ist!!!

Das schöne daran, dass der Verfasser wahrscheinlich mit hochroten Kopf diese Zeilen verfasst hat. Ich glaube jedenfalls, er meinte wohl eher: “Wie oft soll es noch meine Zeit in Anspruch nehmen[,] das[s] Du [un]vollständig arbeitest?”

Die ganzen Ausrufezeichen unterstreichen den brüllenden, hochroten Kopf.

Das Problem? ganz viele ooooooooooo’s hintereinander. So was zerschiesst gerne Designs. Ist halt so, weil das ein Schwachsinnstest für einen Newseditor ist.

Und ob ich meinen Job eigentlich ernst nehme? Ohja, so ernst, dass ich, wenn es mein persönlicher Kunde wäre, anrufen würden, und fragen, welchen gequirlten Dünnschiss er denn da bitte von sich gibt. Ich mag Leute nicht, die sich Kommunikation auf die Flagge schreiben, und dann so einen Mist als Kommunikationsform betrachten. Und Kunden, die mir so kommen, die nehme ich so gar nicht ernst, über die rege ich mich so wenig wie möglich auf und sorge dafür, dass ich mich nicht weiter aufregen muss. Sind nur leider nicht meine eigenen Kunden. Und ich glaube, meine Lust, ihm nun noch Dinge wie SSL Zertifikate zu erklären, ist einigermaßen gering. 

Vor allem, wenn man nach zwei Monaten eigentlich nur eine Frage im Kopf zu diesem Menschen hat: ”Nimmst Du Deinen Job eigentlich ernst?”

Den Rest des E-Mailverlaufs kann man sich getrost sparen. Er stimmte mich nicht wirklich milder. 

 

Es gibt überall komische Menschen mit wenig Fähigkeit zur Eigenreflektion. Aber da unten ist irgendwie eine komische Anhäufung… ich kann mir nicht helfen. 

 

Dieser Freitag verdient wegen den heutigen hässlichen Briefkastenaktionen einen unreflektierten Wuteintrag!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>