Jul 30 2008

ich würde sie schon gerne einmal verstehen…

… aber ich bezweifle, dass es jemals dazu kommen wird.

Paradoxien sind vielleicht auch nicht dazu geschaffen, sie gedanklich zu durchdringen. Trotzdem liebe ich sie, arbeite mich allzu gern an ihnen ab. Lass mich von ihnen locken und einnehmen. Vielleicht weiß der ein oder andere auch darum. Vielleicht bekommt man deshalb immer wieder erzählten Nachschub. Und eigentlich finde ich das gar nicht so schlimm, auch nicht extrem belastend. Ich würde es eben nur gerne einmal verstehen, so gefühlt verstehen, warum dieser Drang zur Paradoxie so unglaublich in uns hämmert. 

Und als ich neulich mit jemanden kurz die Ebene wechselte und mir in Sorge gesagt wurde, dass man schon seine Bedenken hat, was das Erzählte so mit mir eigentlich macht, da fühlte ich mich vorrangig an meine Mutter erinnert, die durchaus des öfteren schon mein Frauenbild angezweifelt hat. Also nicht das, was ich am Ende habe, sondern dass, was ich haben könnte. Was meine Mutter von mir denkt, was mein Frauenbild sein könnte. Sozusagen ihre Konstruktion meines Frauenbildes. Sozusagen ihr Bild, ihr Schluss, der sich aus ihren Paradoxien ergibt. Jedes Mal, wenn sie das sagte, hatte ich das Gefühl, als müsste dieses Bild ungemein negativ sein. Doch irgendwie wollte das nicht ganz genau mit meinem so selbst empfundenen Frauenbild einher gehen. Also ich fragte mich danach oft genug, ob mein Frauenbild wirklich so schlecht wäre. Oder warum dieser negative Eindruck so entstehen hat können. Aber vielleicht hat es viel mehr mit den empfundenen Paradoxien der jeweiligen Person zu tun. Und dem nötigen Erklärungsversuch dazu. Am Ende lebt es sich einfacher damit, dem Sohn ein negatives Frauenbild unterzuschieben, weil das besser zu dem Erklärungsmodell der Paradoxien passt. So ganz verstehen, warum sich der Sohnemann (jawohl, das ist ein tolles Wort – wie schräg ist das eigentlich – da darf man ja gar nicht drüber nachdenken) DAS so gibt, dass geht irgendwie nicht. Da hören die Antworten wahrscheinlich erst einmal auf. Vielleicht fangen sie beim Sadismus wieder an, aber ich unterstelle an dem Punkt die höhere Wahrscheinlichkeit der Verdrängung allein eines solchen Gedankens. Und im Resultat kommt ein Frauenbild zustande, mit dem man dann konfrontiert wird.

Der Unterschied zu meiner Mutter in diesem Gespräch war jedoch, dass meine Mutter es meist ohne gemeinsamen Kontext feststellt. In dem Gespräch jedoch wurde davon ausgegangen, dass das Erzählte etwas mit mir macht, das Negative leicht mitschwingend.

 

schattenspiel

Vorne weg: Die schönsten Paradoxien sind Frauen.

Unübertreffbar, für mich, warum auch immer. Die Gründe dafür werden definitiv unterschiedlich sein. Vielleicht hat das was mit den Freundschaftsbändchen zu tun, und dem Häckeln und all dem Zeug, was in der Schule unter Jungs verdammt verpönt war. Ich machte gerne das ganze Zeug, ellenlange Stoffwürste mit dieser Strickliesl. Whatever. Ich ging auch gerne in die Mädchengruppe als kleiner Steppke. Das hat man mir zu mindestens irgendwann in der Pubertät dann fies gesteckt, damals war die “Jugendschar” (auch das ein toller Begriff im christlichen Kontext, brrrrrrr) für mich einfach nicht soo der Renner. Die spielten Fussball, Tischtennis oder saßen langweilig herum. Die Mädchen hatten immer optimales Beschäftigungsprogramm für mich. Strickliesl ist ausserdem unglaublich meditativ, wie Bügeln. Mach ich auch gerne. 

Dass Junge zur Jugendschar zu gehen hat, dass hatte ich irgendwann begriffen. Das mit den Autos schon weniger. Umso mehr lernte ich aber durchaus die Brüste und diese Art Weiblichkeit zu schätzen. Freundschaftsbändchen hätte ich am Ende auch mit Jungs machen können, aber ging eben nicht. Und es mag sein, dass man sich mit Männern einfacher verstehen und unterhalten kann. Aber das hört auch schon einigermaßen schnell auf, wenn man bei Autos und Alkohol nicht mitreden kann. Manche Menschen stellen Statistiken darüber auf, wie viele Tage seines Lebens man sich mit roten Ampeln abgibt. Ich wüsste gerne mal die Statistik gleichgeschlechtlichen Unterhaltungen im Vergleich zum Gegenteil (man gebe mir das Wort dafür!). Ich führe kein Buch. Aber ich wüsste meine Tortenverteilung.

Warum auch immer, ich habe bisher wenige Männer gefunden, mit denen ich im gleichen Maße das teilen kann, was ich mit so einigen Frauen teilen kann. Gute Gespräche, Gespräche mit vielen Fragen und wenigen Antworten. Und das muss vielleicht nicht an den Frauen liegen, vielleicht liegt das nur an meiner Unlust über Autos zu reden und der Müdigkeit, mit gleichen Elan Gespräche mit Männern zu suchen. Und es fällt mir irgendwie einfacher, Männern zu verstehen. Also so als Person, so als Konstrukteure ihres Lebens. Da wird der Ball meist eher flach gehalten, gutes deutsche Spiel eben, kämpfen, so lange bis der Gegner nicht mehr kann. Ich versteh ihre Probleme und wie sie darüber denken, ich verstehe ihren Frust und ihre Lust. Ich verstehe durchaus auch die Derbheit. Ich mag das durchaus an Männern. Aber Mann möge mir verzeihen, wenn mir der Ball zu flach ist, ich hab das noch nie gekonnt. Wenn ich auf einen Ball getreten habe ist er immer irgendwo hin geflogen. Ich bin da einfach zu sehr vom Chaos Element beeinflusst. Und irgendwie fühlt sich das bei den Frauen doch wohler. Frauen sind im positiven Sinne Chaos. 

Chaos, dass ich nie so ganz greifen kann und begriffen bekomme. Frauen, als Konstrukteure ihres Lebens bleiben mir immer ein wenig unverständlich. Ich verstehe durchaus auch ihren Frust und ihre Lust, aber ich verstehe ihre Antworten nicht, die sie als Lösungen auf die Fragen in sich finden. Das bleibt mir immer wieder ein Rätsel. Das schmälert aber in keiner Weise meine Achtung an diesem Punkt. Das ist kein gutes deutsches flaches Fussballspiel, Frauen würden in dem Sinn wohl “kreativer” spielen. Warum den Ball flach halten, wenn man ihn auch hoch spielen könnte? Es sind andere Wege, die gegangen werden, nicht unbedingt die geraden, die dann doch nicht zum Ziel führen. Es sind auch die Umwege, auf die es ankommen könnte.

Es ist kein negatives Bild, ich kann zu mindestens wenig negatives darin an sich entdecken. Es ist oft eher ein trauriges Bild. Traurig, weil das Zusammentreffen von Konstrukteuren verschiedener Geschlechter oft sehr heftig einschlägt. Und mir läge es fern, die Männer da aus der Verantwortung zu nehmen. Ich glaube, da sind wir unglaublich hinterher und verroht.

Ich meine, ich tippe auf einem Computer, den zum größten Teil Männer erschaffen haben. Der Anteil an Weiblichkeit darin ist wahrscheinlich verschwindend gering (an dem Punkt: Mac OS X ist definitiv das weiblichere System!). Wie würde ein Computersystem funktionieren, dass über Jahre hinweg von Frauen entwickelt worden wäre? (Und an dem Punkt bekommt nämlich auch der Blondinnen Witz mit dem TippEx seine Berechtigung -> Touch Technologie ist definitiv die Zukunft, das wusste die Blondine schon vor 10-20 Jahren.) Umgeben von männlicher Logik…

Und wie viele Babys wären auf die Welt gekommen, wenn das Wort des Mannes nicht so viel Gewicht hätte? Wie viele Frauen würden sich grob behandeln lassen, obwohl sie das an sich nicht wollen, weil sie unfähig sind, eine andere Grenze zu ziehen, als die Innere? Wie viele Beziehungen würden so nicht geführt werden, wenn nichts als die sogenannte Liebe dafür nötig wäre, kein Geld, keine Achtung, keine Sicherheit, keine Angst,… ?

Und richtig, nach Frauen kommen Beziehungen auf der Liste der schönsten Paradoxien. Aber das gibt sich ja irgendwie die Hand…

Ich habe Achtung vor Dingen, die ich nicht verstehe, die mir verschlossen bleiben, die mich allein dadurch inspirieren. Für sie würde ich mich unendlich reiben. Und genau darin mag vielleicht auch mein Sadismus liegen. Das was ich am meisten an Frauen hassen könnte, wäre wenn dann meine Beschränktheit. Ich hüte mich also vor einem negativen Bild. Und genieße weiterhin einfach jede Sekunde, die ich mich all den Paradoxien widmen kann. Das wird bestimmt noch ein paar Desaster geben, ganz sicherlich.

Ich bin dann doch leider nur ein Mann ;)


Jul 14 2008

Wahnsinn

Da war vor ein paar Tagen in der taz ein Artikel über gregorianischen Gesang von Mönchen, der sich in England vor Madonna in den Charts platziert hat. Und ganz am Ende wurde ein Mönch zitiert, der versuchte möglichst zurückhaltend zu formulieren, dass er nicht erwarte, einen hohen Zulauf von “Superkatholiken” zu bekommen, aber er hoffte dann doch, dass ein paar wieder mal die Sinnfrage stellt.

Wow. Die Sinnfrage also.

Warum nur sollte man die sich gerade stellen, wenn man sich eine Cd mit gregorianischen Gesängen reinzieht? Wie der Autor ganz richtig feststellt, gibts auch bei netten Ballerspielen (Halo3 -> Merci Herr Gernert für diese Bemerkung) gregorianische Gesang. Und das ergibt erstmal einen Sinn: vor sich hin metzelnd auf der Sinnsuche. Ich fände das ja gar nicht so verkehrt, da gibt es sozusagen die volle Bandbreite an Eindrücken. Die Kreuzritter hätten sich bestimmt, hätte es damals schon iPods gegeben, mit gregorianischen Gesängen im Ohr ins Schlachtfeld gestürzt. Macht man ja heutzutage. Mit iPod im Panzer zu “highway to hell” im Irak einmaschieren. Aber wie entspannt würde das erst mit gregorianischen Gesang kommen? Wird sich in einem Panzer bestimmt interessant anhören…

Was ich viel schlimmer an der Aussage finde, dass sie davon ausgeht, dass “da draussen” ganz schön viele Menschen herumlaufen, die sich die Sinnfrage so gar nicht stellen. Und auch wenn ich ein wenig verstehe, wie der liebe Herr Mönch auf die Idee kommt, ich wäre mir ja einfach nicht sicher, ob es so ist. Ich würde mich ergo eher davor hüten, es so zu behaupten. 

Ich weiß auch nicht, wie er sich das vorstellt. Sechs Stunden gregorianische Dröhnung bzw Weichspülung und plop, da ist sie die Sinnfrage? Nein, so einfach ist das dann wohl doch nicht, am besten geht man dann doch ins Kloster, fastet, betet, lebt keusch, fromm und besitzlos um sich so ganz der Sinnfrage widmen zu können?

Wahrscheinlich müsste man mit dem lieben Herrn Mönch auch ganz schön lang diskutieren, bis man es stehen lassen kann, dass vielleicht die Sinnfrage auch ohne jeglichen Glaubensaspekt gestellt werden kann. 

Mir selbst fällt es schwer, mir vorzustellen, dass Leben nicht als penetrante Auseinandersetzung mit eben dieser Frage zu empfinden. Mir fällt es schwer, mir vorzustellen, dass all die Menschen um mich herum sich dieser Frage nicht stellen sollen, nicht darüber nachdenken, nachfühlen, grübeln, entscheiden, handeln. Mir fällt es schwer, mir vorzustellen, dass all die Menschen einfach einer Luftblase gleich durch die Gegend schweben. 

Weil, so erlebe ich sie nicht meine Mitmenschen. Ich erlebe sie eher voller innerem Zwist, voll Suche, voll Mauern und dem dazugehörigen Einreisskommando. Voll Zweifel und der Lähmung zu Handeln. Weil ihnen am Ende immer wieder diese Sinnfrage dazwischen kommt. Sich penetrant immer wieder zu einem mogelt. Und dem stetigen vorwärts getrieben sein. (me included)

Dziga Vertov hat einen wundervollen Film geschaffen: a man with a movie camera. (Es gibt auch wirklich einige wundervolle Musik dazu, The Cinematic Orchestra, Biosphere, Michael Nyman, …). Der Film, der für mein Empfinden sehr, sehr schnelle Schnitte hat, eine Flut von Bildern in einen hineinpumpt, geht es grundsätzlich eigentlich erstmal um eine Dokumentation des Alltags um 1920/30 in einer russischen Großstadt. Man sieht also viele Menschen und auch Maschinen, wie sie ihren Alltag abspulen. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Immer wieder Bilder, in denen sich viele Menschen bewegen, viel Bewegung die dokumentiert wird. Das wundervolle an dem Film ist, dass er sich als Medium die ganze Zeit einbringt. Die ganze Zeit sieht man einen Kameramann bei seiner Arbeit, auf der Suche nach dem gewünschten Bild. Und das macht den Film erst so faszinierend. Weil er dadurch Ebene über Ebene schachtelt.

Der Film ist von vorne bis hinten eine reine Sinnfrage. Und er ist so gar nicht langsam, fromm, keusch und in sich auf der Suche. Sinnlich, ohja, und ungemein treibend in seiner Suchbewegung. Denn für mich gibt der Film keine klare Antwort. Er stellt nur viele Fragen. Und das Bild der herumwuselnden Menschen ist wundervoll im Kontrast zu den Kleinigkeiten, die man auch immer wieder zu sehen bekommt.

Auch wenn der Film das Funktionieren des Ganzen immer wieder in den Mittelpunkt stellt, er unterwirft sich ihr nicht. Ich finde diesen Blickwinkel ungemein wichtig. Wie standen wir als Kinder gebannt auf Autobahnbrücken und schauten lange der funktionierenden Maschinerie unter uns  zu. Züge, Flugzeuge, wundervolle Orte, um sich der Sinnfrage zu stellen. Schienen tragen die Ahnung in sich, dass sie weiter reichen, als man momentan sehen kann.

Wir sind genötigt, penetrant, dieser Welt, wie sie um uns herum ist einen Sinn abzugewinnen. Und ich glaube, dass tun alle Menschen irgendwie auf ihre Weise. Wir kommen gar nicht umhin. Damit will ich nicht sagen, dass wir in einer Gesellschaft leben, die die Sinnfrage provoziert. Aber wir reiben uns ungemein an ihr.

 

Ich kann mir also definitiv nicht vorstellen, dass Gregorianische Choräle etwas anderes als primäre Bedürfnisbefriedigung für die Massen sind. Und es ist bestimmt nicht die Suche der Sinnesfrage. Ist nur perfekt zu chillen, mal was anderes. Mal Abschalten von der ganzen Sinnfindung. Da kann er noch so viel hoffen der liebe Herr Mönch.

Und falls ihm langweilig werden sollte bei der einseitigen Sinnsuchung: einfach mal raus gehen. Sich auf eine Eisenbahn oder Autobahnbrücke stellen. Und genießen… den Wahnsinn…

 

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taz: Gernert, Johannes – Irdischer Pophimmel, 11.07.2008

Wikipedia: Der Mann mit der Kamera


Jul 12 2008

unvoreingenommen eingenommen

manchmal passiert so etwas seltsames, dass man im Rückblick so kaum fassen kann. Wenn es dann allerdings die Option des Anhörens gibt und danach einfach mal mit sich fast zufrieden sein könnte, dann ist das ein wundervoller Augenblick der inneren Ruhe und Anspannung. Und je mehr man darin entdeckt, umso erfreuter kann man sein. Es ist schön, wenn man sich selbst überrascht. Schön, dass man sich selbst am besten liest und versteht. Den Rest überlasse ich euren Ohren. Es passt eigentlich irgendwie…

Den Namen… weil er zu diesem Tag und dem Rest ganz gut passt…

Das Instrument… Fuzzy Club Stage 

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Jul 12 2008

nach der wut

Gitterglasdach

Classic Suitcase Mk I

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Jul 11 2008

die bayrische Wut

Dieses kleine beschissene “Land” im Süden Deutschland. Sozusagen ein Land im Land, weil schlandiger könnte es nicht sein, je näher man an den Weisswurschtäquator kommt. Ich hab ja so einen gewissen Grundhass auf dieses Land, vielleicht weil da meine so genannte Heimat liegt und vielleicht, weil ich es vor einigen Jahren mit großer Freude verlassen habe. Und dafür mag es unendlich viele Gründe geben, aber so einige haben einfach mit dem Land und seinen Menschen zu tun. Vielleicht auch, weil es mir einen Freund genommen hat. 

Und egal wie weit man sich von Bayern entfernt, es holt einen die ganze Zeit ein. Man nehme zB die Warteschlange vor dem Club. Und irgendwie könnte man auch Kilometer weit im Süden sein, weil um einen herum nur tiefes bayerisch gesprochen wird. Natürlich optimaler Weiße schon mit dem typischen Biernachgeschmack, also alles noch viel breiter in der Aussprache wird. Vor einem, hinter einem. Und sie sind gerne laut und auch gerne durchaus ein wenig arg dekadent. Frische Münchner in Berlin hören sich immer wie auf Dauerurlaub in Berlin an. Ich bin in solchen Schlangen dann einfach still, sage keinen Mucks, weil den scheiß Dialekt wird man nicht los. Und ich schäme mich… verdammt ja, ich schäme mich unglaublich, und zurecht, merkbar, wenn es irgendwann einer Berliner Atze zu bunt wird und ein Kommentar in diese Richtung fällt.

Und dann gibt es so Freitage, die verbringt man damit, sich mit einem bayerischen Kunden herumzuärgern. Und es bleibt leider ungemein das Gefühl zurück, dass die da unten ausser Bier, Fön, strammen Schenkeln und einem großen Haufen Scheiße nichts in der Birne haben. Und die rühren noch fleißig um in ihrer Suppe. Da flatterte eine E-Mail in den Postkasten mit folgenden Zeilen:

nimmst Du Deinen Job eigentlich ernst? Wie oft soll es noch meine Zeit
in Anspruch nehmen das Du vollständig arbeitest? Und bitte schreibe mir
erst wenn das wirklich gefixt ist!!!

Das schöne daran, dass der Verfasser wahrscheinlich mit hochroten Kopf diese Zeilen verfasst hat. Ich glaube jedenfalls, er meinte wohl eher: “Wie oft soll es noch meine Zeit in Anspruch nehmen[,] das[s] Du [un]vollständig arbeitest?”

Die ganzen Ausrufezeichen unterstreichen den brüllenden, hochroten Kopf.

Das Problem? ganz viele ooooooooooo’s hintereinander. So was zerschiesst gerne Designs. Ist halt so, weil das ein Schwachsinnstest für einen Newseditor ist.

Und ob ich meinen Job eigentlich ernst nehme? Ohja, so ernst, dass ich, wenn es mein persönlicher Kunde wäre, anrufen würden, und fragen, welchen gequirlten Dünnschiss er denn da bitte von sich gibt. Ich mag Leute nicht, die sich Kommunikation auf die Flagge schreiben, und dann so einen Mist als Kommunikationsform betrachten. Und Kunden, die mir so kommen, die nehme ich so gar nicht ernst, über die rege ich mich so wenig wie möglich auf und sorge dafür, dass ich mich nicht weiter aufregen muss. Sind nur leider nicht meine eigenen Kunden. Und ich glaube, meine Lust, ihm nun noch Dinge wie SSL Zertifikate zu erklären, ist einigermaßen gering. 

Vor allem, wenn man nach zwei Monaten eigentlich nur eine Frage im Kopf zu diesem Menschen hat: ”Nimmst Du Deinen Job eigentlich ernst?”

Den Rest des E-Mailverlaufs kann man sich getrost sparen. Er stimmte mich nicht wirklich milder. 

 

Es gibt überall komische Menschen mit wenig Fähigkeit zur Eigenreflektion. Aber da unten ist irgendwie eine komische Anhäufung… ich kann mir nicht helfen. 

 

Dieser Freitag verdient wegen den heutigen hässlichen Briefkastenaktionen einen unreflektierten Wuteintrag!