Camille – Music Hole

Wer “Le Fil” schon zu lieben gelernt hat, egal, ob man etwas versteht oder nicht, der wird wohl kaum zögern. Und es gibt auch so überhaupt keinen Grund. Wenn ein Album mit seinem ersten Song einen schon platt macht, dann kann der Rest nicht viel schlechter sein. Und er ist es so gar nicht!

 

Camille, Le Fil, hörte ich das erste Mal über einen Lautsprecher, der an einer Badewanne in einer Küche hing. So war das mehr oder weniger fast ein wenig Geräuschkulisse, aber irgendwas machte mich mit der Zeit ein wenig hippelig. Da war so ein Ton in meinem Ohr, der blieb penetrant irgendwie und ging nicht weg. Und auf so etwas bin ich ein wenig leicht anfällig, oder anders gesagt, das geht gar nicht, wenn man nicht weiß, woher es pfeift oder tönt. Ein zweites Mal lief Camille auf einer Party und danach ließ ich es mir nicht nehmen, herauszufinden, was denn das nun genau für Musik war.

So kam ich zu Camille und Le Fil und dem Ton, der das ganze Album hindurch da ist, irgendwie sich das ganze Album um diesen Ton herumspinnt, von ihm immer wieder neu ausgeht, um wieder zu ihm zurückzukehren. Mit jedem Mal hören kann man sich da nur mehr verlieben. Ein Blubbern, ein Plappern, ein Loopen. Stimmen, überall und immer mehr, übereinander geschichtet bis zum kleinen eigenen Orchester gesteigert. Wundervoll abwechslungsreich, nachdenklich und immer wieder treibend. Und das alles in französisch. 

 

Die nächste Platte, Music Hole, ist in englisch. Und sie kommt vom ersten Song an “fetter” daher. Ein besseres Wort fällt mir nicht dazu ein, aber das dicke breite Wabbern im Hintergrund, da müssen schon einige Presets greifen, damit die Stimme so dick daher kommt. Es treibt daher auch durchaus mehr. Und keine Angst, die ruhigeren, getrageneren Songs sind auch dabei. Aber sie weiß auch durchaus damit zu spielen (Cats&Dogs). Der erste Song “Gospel with no lord” ist, wie schon erwähnt ein wundervoller Einstieg. Selten, dass ein Album mich so angenehm von Anfang an überrascht. Und vor allem bei den nächsten Songs so gar nicht nachlässt, “Home is where it hurts” – allein der Titel.

Und so bleibt es, ein wundervolles Album, von vorne bis hinten. Und das ist wundervoll schön so. Französisch hat schon Charme an sich, aber ich musste irgendwie nicht wirklich darüber nachdenken, ob das nun passt mit dem Englischen. Dafür ist die Frau einfach zu gut. 

Und wer Camille noch nicht kannte, hat sowieso definitiv was verpasst!
Ach ja, und bezüglich Badewannenmusik, Camille eignet sich hervorragend.

Also los, Album besorgen, bis dahin folgende Links genießen (die Videos von ihr sind sehr nice!)

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