Mai 22 2008

Wer ist eigentlich Paul?

Das ist auf jeden Fall ein Satz, den ich schon immer einmal schreiben wollte.
Zeit es zu tun.

Und eine Klingel ist etwas unglaublich fantastisch, auf vielerlei Weisen. Sie stiftet im kaputten Zustand unglaublich angenehme Stille. Überall klingelt es, nur bei einem selbst nicht. Das tut alleine dann schon gut, wenn es überall gleichzeitig klingelt. Und wenn man dann rangehen würde und “hallo?” fragt, dann würde dieses unglaublichst ätzendste “wääääärbung” kommen, das ich je in meinem Leben gehört hab. Das hört sich immer so unglaublich genervt an, dass ich darauf verzichte, den Türöffner zu drücken. Keine Klingel, keine Werbeklingler, toll. Nur noch Leute, die klopfen, weil Eingangstüren kein Hindernis sein müssen (man lernt ja dazu). Also so ne kaputte Klingel hat was. Mein Untermieter hat sie selbst abgeklemmt, auch ne Lösung. Ich hab einfach gewartet. Das reichte voll aus.

Und nun geht sie wieder, die Klingel, mit dem unglaublich netten Ton. Und das Ding ist nicht gerade leise, nein, es ist laut, selbst wenn man es ganz leise stellt. Laut, dass ich davon aufwache, ohne Wecker. Fies laut. Es zerfetzt auf jeden Fall den Gedanken, den man gerade hatte. Sie ist bestimmt ungefähr so laut, wie mein Klavier. Also so ungefähr einige Etagen dürften davon etwas mitbekommen. Das mag bei der Klingel schon ein wenig komisch sein, bei dem Klavier ist das leicht unerträglich. Vor allem wenn man in einem Haus groß geworden ist, wo man nur Brüder und Eltern traktieren konnte. Das tat man ja durchaus auch mal allzugerne. Dafür gabs dann per Saxophon und Akkordeon zurück. In dem Haus gab es nur eine Tür, die man geschlossen hat, und dann war man allein, mit seinem Klavier, da konnte unglaublich viel drum herum einfach verschwinden. Mit all den Jahren dort konnte ich das irgendwann durchaus einfach, schnell in diese Welt zu finden. Ich hab nie darüber nachgedacht, wie das wohl wirklich für die Anderen sein mag. Ab und an gab es einen Kommentar der Eltern, aber so etwas ist ja den Erwartungen gemäß sehr wohlwollend meist. Wirklich darüber nachgedacht habe ich erst, als in meiner ersten eigenen Wohnung mit meinem Klavier stand. Und da gab es Mieter neben mir, über mir und unter mir. Unter mir sogar eine Opernsängerin. Und das war irgendwie ab dem Augenblick eine Änderung im Verhältnis zu meinem Klavier. 

Es ist das eine, in Gedanken etwas oder jemanden nachhängend, vor sich hin zu spielen. Es ist aber etwas komplett anderes, im Kopf zu haben, dass man umringt ist von “stillen” Zuhörern. Man zieht in ein fremdes Haus und bringt seine Melodien mit und breitet sie dort aus, ob die anderen nun wollen oder nicht. Sie werden einfach zum Zuhören verdammt. Also hoffte ich, damals mit der Opernsängerin, wie auch heute, dass meine lieben Nachbarn möglichst nicht zu Hause sind. Weil ich grundsätzlich davon ausgehe, dass es unglaublich auf den Sack gehen muss, so ein Klavierspieler. Unberechenbar, auf einmal wird es einfach laut, ob man will oder nicht. Als Sohn eines halben Diplomaten, suche ich da von mir aus ja schon den möglichst nicht so penetranten Weg. Ich spiele eigentlich keine Läufe. Das ist zwar in sich sehr nerdig es zu tun, aber es nervt unglaublich. Also lasse ich es lieber. Und Noten üben… das ist am Ende auch viel zu anstrengend, all die Fehler, die man da immer wieder macht. Ich reduziere es also auf die Eigenheit. Da glaube ich zwar auch, dass es vor allem auf Dauer nervt, aber ich weiß zu  mindestens, das mir so am wenigsten Fehler unterlaufen. Oder ich sie weitaus besser kaschieren kann. Dass mir meine Mutter dann immer erzählt, dass ihr mein Klavierspiel fehle, auch wegen dem Emotionsausdruck, stimmt mich an dem Punkt nicht wirklich glücklich, denn sie hat wohl nicht so unrecht damit. Also ein Musiker würde sagen, mein Gott, ist der heute wieder moll. Oder anders herum: ha, heute ist er aber durig, da muss ja was passiert sein.

Meine lieben stillen Zuhörer sind also am Ende nicht nur genervt, sondern auch noch Zeuge andauernden Emotionsausdruck. Und meist bleiben sie einfach still. Die Opernsängerin sagte mir beim Auszug, dass sie es sehr genossen hätte (und ich schämte mich jedes Mal für das verstimmte Klavier!) und dass es schade wäre, dass es nun weg wäre. Nach 3 Jahren ein Kommentar. 

Ich dachte bei der Wohnung, dass sie hellhörig wäre. Meine jetzige ist es definitiv. Ich weiß gar nicht, ob die Umschreibung noch irgendwie zutreffend ist. Hier braucht es jedenfalls keine Wanzen, hier könnte man den Klogang am Ende noch zwei Etagen tiefer mit protokollieren. Die Dielen knitschen und knatschen unglaublich. Jeder Schritt dürfte unten ankommen. Also ich glaube, dass Klavier hört sich nebenan ungefähr genauso an, wie in meinem Zimmer sitzend. Angenehme Zimmerlautstärke wahrscheinlich ;)

Die Berliner sind ja ein wenig straighter sagt man. Der Mieter unter mir ist das jedenfalls. Der fragte irgendwann einmal an, ob ich das denn selbst spielen würde und welcher Komponist das dann wäre. Ich sagte, der Komponist bin sozusagen ich. Irgendwie hatte ich das Gefühl, er versteht das nicht so ganz genau. Aber ist ja auch unwichtig. Ich wüsste nur zu gern, an wen es ihn erinnert, an welchen Komponisten. Er versprach es mir auf einen Zettel zu schreiben, sobald es ihm einfallen würde. Ich warte schon lange auf den Zettel ;) … aber dafür weiß ich, dass ich das mit dem “Fluss” gerne Samstag ab 17h spielen dürfe. Dieser “Fluss” hat ihm wohl gefallen, ich glaube, er meint das repetive. Ich hänge ja manchmal gerne in Loops fest. Seitdem spiele ich möglichst immer Samstags um 17h Klavier, weil der Mensch es ja mag, wenn er sich auf etwas verlassen kann. Und dass es ein richtiges Klavier war, störte ihn gar nicht, das entzückte ihn sogar.

Einer von den vielen stillen Zuhörern. Und “Wer ist eigentlich Paul?” passt perfekt dazu. Paul ist auch ein stiller Zuhörer. Und bei Paul bin ich mir ungemein unsicher. Paul ist eher noch ein junger Mann am Ende gleichalt wie ich. Er mag wohl eher HipHop, Rock und dicken Bass. Keine Ahnung ob er Klavier mag. Aber nach vielen Monaten Klaviermusik, wäre ich Paul, ich würde meinen Bass wohl immer fleißig aufdrehen. Oder einfach die Wohnung verlassen? Die Tür knallt schon manchmal kurz nachdem ich angefangen habe zu spielen ins Schloss. Und über mir knarzt es manchmal auch ganz gut. In meiner früheren Wohnung hatte ich immer den Eindruck, dass die Nachbarn über mir anfingen zu hüpfen, wenn es ihnen reichte. Ja, da sind unglaublich viele Geräusche in so einem Haus, und wenn man Klavier spielt, dann geht man irgendwie mit jedem so leicht in Resonanz, und bei knallenden Türen muss man sich nur sagen, dass er es immer so macht. Und wenn ich Paul mal begegne, bin ich immer leicht versucht, mich zu entschuldigen. Sollte ich vielleicht nicht, und das Gefühl an sich ist auch komisch. Aber es macht auch wiederum Sinn, so Wand an Wand lebend. 

Um noch einmal zu der Klingel zu kommen, schließlich muss die noch ihren Sinn erfüllen. Wenn man nun Klavier spielt und es überall leise ist, kein Bass, kein Hüpfen, keine knallenden Türen, und wenn man ein wenig in sich versunken ist, dann ist das fieseste, wenn man von der Klingel herausgerissen wird. 

Wenn man aber gerade aufgehört hat zu spielen, und in diesem Tonbrei noch weiterschwimmt, gedanklich wo ganz anders gestrandet ist, und dann auf einmal die Klingel ertönt, dann ist das leicht, wie aus dem Schlaf gerissen zu werden. Dass man dann, wenn man die Tür geöffnet hat, gesagt bekommt, dass es schön war, ist wie… Ich war auf jeden Fall sehr verdattert, noch eher eine Lautstärken Kritik erwartend, so etwas zu hören. Da stand ein stiller Zuhörer, der nicht mehr still war, weil er die Klingel betätigt hat. Und mit Lob kann ich noch schlechter als mit Kritik umgehen. 

Es ist wundervoll, zu erfahren, dass es nicht nur Last sein muss, sondern auch “schön” sein kann. Es ist komisch, diesen Kommentar aus der Stille, von wo man ihn nicht erwartet, zu bekommen, angekündigt per Klingel. Es wirft nur die Frage auf, wie es wohl sein mag, für jemand zu spielen, der es “schön” fand. Samstag 17h den Fluss, das ist erfüllbar. Schön ist eine schwere Herausforderung, allein in Gedanken. Weil der Musiker hätte heute wohl eher gesagt, man man, das war aber wieder mollig mit einer versuchten Rettung zum Schluss, ausserdem leicht verwirrt und das Ziel aus den Augen verlierend. (Ja, ich möchte wirklich keinen Musiktherapeuten als Nachbarn haben, ganz ganz ehrlich. Das wäre arg schlimm.) So bleibt die Chance, das “schön” selbst einzuordnen. Es war schön mollig. Es war schön verwirrt.

Ich hab schon vor einigen Menschen Klavier gespielt, und dann doch meist so, dass man sich des Publikums bewusst war. Einfach so Publikum zu haben, dass es am Ende auch noch schön findet, ist gar nicht so einfach. Es ist irgendwie da, und doch auch wieder nicht, du hockst mit dem Klavier in ihrem Wohnzimmer sozusagen, aber doch scheint keiner da zu sein, der eigentlich zuhört. Es gibt nicht mehr die magische Tür, die man schließen kann, um in seinem Reich zu sein. Und wenn ich wählen könnte, würde ich wohl eher immer “mit” jemand spielen, der real existiert, hinter, vor oder neben mir sitzt. Das ist greifbarere Interaktion, als stille Zuhörer hinter Mauern. 

 

Und doch ist es irgendwie angenehm spannend, wenn man von solch einer Klingel überrascht wird. Und es ist so was von klar, dass es eher vor dem Auszug passiert, als kurz nach dem Einzug.

Und nein, Paul war nicht der Klingler, wer Paul auch immer sein mag. Paul ist ein fiktiver stiller Zuhörer in diesem Sinne. Und wenn Paul Musiktherapeut wäre, dann würde er ne Menge wissen über mich. Paul wird auf jeden Fall beim Auszug eine Cd bekommen, das hab ich mir fest genommen. Ich stell mir das an sich toll vor. Diese Cd ist dann nämlich seine absolute Garantie, die Emosülzerei nur noch dann zu hören, wenn er es wollte. Es gibt auch so tolle Cd Schredder, die eignen sich dann notfalls zum perfekten, endgültigen Aggressionsabbau.

So ist das mit all den Pauls um mich herum und der Klingel.

 

Und der Klingler: merci beaucoup, ich war zu verdattert für eine sinnvolle Reaktion.
Es hat mich sehr gefreut!
 


Mai 21 2008

für meinen freund…

… der das hier nicht einfach lesen kann. Ich muss es ihm erst ausdrucken, per Brief an ein Postfach schicken, und hoffen, dass dieser Brief auch wirklich ankommt und nichts enthält, was irgendwelche Menschen, wahrscheinlich irgendwo in Deutschland in einem Büro sitzend, für unpassend erklären. Sie lesen dann diesen Brief Zeile für Zeile, Wort für Wort, auf der Suche nach irgendwas, vielleicht einem Grund, der es erlauben würde, ihn für unpassend zu erklären. Dann würde der Brief wahrscheinlich konfisziert werden und irgendwo herumliegen, bis ihn mein Freund irgendwann sehr viel später, lesen könnte.

Irgendwann begegnet man der Frage, was das wohl für Menschen sein mögen, die solch Briefe lesen, Zeile für Zeile, Wort für Wort. Wie gehen die damit um, wie verdauen die eigentlich all das Gelesene? Gehen die wie Therapeuten in Supervision und sprechen über all das, was sie da lesen? All die Gefühle, all die Geschichten, all die Intimitäten oder Halb-Intimitäten? Liest da einer immer die gleichen Briefe, oder wird das irgendwie anonymisiert behandelt, also mit einem gut ausgeklügelten “Shufffle” System?

Eigentlich müssten diese Menschen ja auch unter uns sein, vielleicht begegnen sie uns morgens auf dem Weg zur Arbeit? Vielleicht wir sehen einander in die Augen, vielleicht nicken wir einander zu, sozusagen als freundliche Geste. Vielleicht erzählen diese Menschen auch ab und an ihren Freunden die ein oder andere Geschichte, so wie das zB auch die Therapeuten tun, also natürlich tun sie es NICHT, aber es passieren ja so unglaublich viele dumme Dinge auf dieser Welt, und die Substanz solcher Geschichten kann ja in sich drängend sein. Wenn da also vielleicht gar keine Supervision stattfindet?

Aber irgendwie hab ich noch nie von jemanden gehört, dass er wiederum einen Briefeleser als Freund hat. So was bekommt man irgendwie nie erzählt, da gibt es Ingenieure, Architekten, Juristen, Künstler, Sekretärinnen, Schornsteinfeger, die Nerds, nein, was es nicht alles gibt. Aber Briefeleser, nein, das hab ich noch nicht gehört. Ich weiß auch gar nicht, ob das ein angenehmer Beruf wäre. Also ich wüsste ja zum Beispiel schon durchaus, warum ich ein Therapeuten Dasein eher kritisch gegenüber stehe. Briefe sind ja noch schlechtere Gesprächspartner als Menschen. Briefe sind nur herrlich für Konstruktionen. Also was ich schon alles aus Briefen heraus gelesen habe. Briefe von Frauen zB. … unglaublich. Da reicht ein Satz für ein Schloss von Gedanken. Also mit Briefen kann man sich wunderbar zerfleischen finde ich. Aber die Briefeleser haben dann bestimmt eine ganz große Portion von der so genannten “Berufsprofessionalität” weg. Die lesen das mit dem analytischem Auge, dem nichts entgeht, und trotzdem immer die abstrakte Neutralität gewahrt bleibt.

Und wie viele Briefeleser gibt es wohl nun hier in Deutschland, die Briefe wie diese an meinen Freund, der weit weg in einer klitzekleinen Zelle hockt, 23 Stunden am Tag, lesen? 100? 1000? 10000? Hmmmm… will man es wirklich wissen? (Haben sich das nicht Menschen schon immer gefragt, ob sie etwas so wirklich wissen wollen?)

 

Ich habe viel nachgedacht, seitdem mein Freund dort in dieser Zelle sitzt. Ein halbes Jahr hatte ich nun schon Zeit nachzudenken. Und man versteht viele Dinge einmal neu sehr viel anders, von denen man glaubte, sie eigentlich wertzuschätzen. 

Es ist eine große Freiheit, das lesen zu können, was man lesen will, dann wann man es lesen will, einen Brief schreiben zu können, wann man will, mit dem Inhalt, den man schreiben will, ohne eine imaginierte Person sich dazu zu denken, die nicht dazu gehört. 

Eine ungemein viel größere Freiheit ist es, das tun zu können, was man gerade tun will. Nach draussen gehen zu können, wenn man will, in die Sonne schauen, wann man will. Sich selbst einzusperren, wenn man das will. 

 

Und nach einem halben Jahr kann ich nur sagen, dass es absolut unvorstellbar bleibt. Es bleibt unvorstellbar, dass mein Freund irgendwo zwischen vier engen, fremden Wänden lebt. Durch ein kleines Fenster mit Gittern manchmal wohl die Sonne erahnen kann. Man kann sofort bei sich selbst beobachten, wie sich der Gedanke abspaltet und zu einer Parallelwelt wird. Die passt nicht zu der Realität, in der man tagtäglich leben darf. Es passt nicht zu der Sonne, in die man schaut, es passt nicht dazu, wenn man sich zwischen vielen Menschen in die U-Bahn schiebt. Es passt nicht in diese tolle Welt, in der alles passt, sogar wenn die U-Bahn mal streikt. Man muss sich zwingen, es zu verdrängen, weil es einem ansonsten einen dauerhaften brainfuck verpasst. Man würde sich dann nur bei jedem zweiten Menschen fragen müssen, ob er auch ein Briefeleser ist. Und paranoid bin ich ungern.

Jetzt wird es unglaublich viele Menschen geben, die sagen, dass diese Orte, die manch einer nett Knast nennt, oder Gefängnis, oder… dass sie Sinn machen, weil es Menschen gibt, die dort hin gehören, genauso wie es Menschen gibt, die in die Klappse, pardon, Psychatrie gehören. Menschen, die nicht in diese Gesellschaft passen wollen, bzw die Existenz der Gesellschaft gefährden, weil sie sich an gesteckte Grenzen nicht halten wollen. Menschen, die nicht problemlos “funktionieren”. Die nicht passen. Anecken. 

Und sie werden es wohl schwer als Argument zählen lassen, wenn man ihnen erklärt:
Nehmen wir an, sie sind jung, dynamisch, erfolgreich, haben eine Frau, Kinder und einen gut bezahlten Job. Alles läuft wie am Schnürchen, vielleicht am Ende manchmal zu glatt, aber an sich, man soll ja nicht unzufrieden sein. Die Firma ging dann nur pleite, sie verloren ihren Job, wurden Hartz 4, haben schon einige Bewerbungen verschickt, aber meist kam es nicht zu einem Bewerbungsgespräch. Sie blieben zu Hause, weil all ihre Freunde am Tag arbeiteten. Sie kümmerten sich um das Haus, holten Nachmittags die Kinder von der Schule ab. Das war auch alles nicht so das Problem, ein Problem wurde dann eher erst, dass die Freunde immer nur vom Job erzählten, während man selbst nicht mehr wirklich etwas zu erzählen hatte, ausser dass die Nachmittagstalkshows wirklich hohl sind. Also ließ man das lieber mit den Freunden, das war zu peinlich für das Ego. Irgendwie versumpfte man ein wenig in sich, wusste nicht so recht was mit sich anzufangen, wohin die Lebensreise gehen sollte. Die Freundin ging wieder zur Arbeit. Im Bett lief sowieso nichts mehr, weil er mit jedem Tag zu Hause anscheinend gefühlt an Attraktivität verlor. Als die Freundin sich dann irgendwann zur Trennung entschloss, weil sie da jemand neuen kennengelernt hatte, war das ein heftiger Schlag, dass sie die Kinder mitnahm umso mehr. 

Und ab dem Punkt bitte einfach weiterspinnen, in der Psychologie nennt man das Zusammenkommen verschiedener kritischer Faktoren, oder Häufung, die irgendwann die Schwere der “Störung” ausmacht.

Wie viele solch kritischer Faktoren wird es also brauchen, damit sie, du oder ich die Diagnose “Störung” wegbekommen würde? Die Kritiker würden natürlich sagen, soweit kommt es ja gar nicht, man kennt sich ja, ausserdem hat man ja ein soziales Netz. Wirklich? Haben wir alle das? Das funktionierende soziale Netz, wenn wir einmal durchdrehen? 

Ich würde sagen, nein, weil kein soziales Netz in Deutschland so gut sein kann. Deswegen haben wir meiner Ansicht nach Gefängnisse, Psychatrien, Behinderteneinrichtungen, Senioren- und Kinderheime und all die Orte, wo Menschen in einer kleiner Parallelwelt leben. Weil wir Menschen es nicht anders aushalten, nicht anders funktionieren können, als um den Preis des Vedrängens nicht zahlen zu müssen. Wir müssen Verdrängen, um zu funktionieren. Und je besser wir funktionieren sollen, desto mehr müssen wir Verdrängen. 

Wir müssen es einfach schlichtweg ignorieren, dass auch wir diejenigen sein könnten, die einmal durchdrehen könnten. Wir müssen einfach schlichtweg verdrängen, was in uns ebenso ist. Wir müssen sozusagen ein Hochleistung vollbringen, wir müssen nämlich verdrängen, dass wir auch nur Menschen sind. Wir sind sozusagen alle Übermenschen, wir funktionieren, machen nichts falsches, sind gnadenlos perfekt, und suchtartiges Verhalten ist uns grundsätzlich fern, sowie gegen gesteckte Grenzen aufzubegehren.

Mein Vater erzählte mir einmal, dass man sich früher vor Gericht für seine geschriebene Verweigerung erklären musste. Da wurde man dann gefragt, was man machen würde, wenn die Freundin neben einem angegriffen werden würden. Natürlich die Polizei rufen und bis dahin meditieren um nicht selbst zu eskalieren. Und wenn man sich ehrlicher Weiße eine gewaltvolle Verteidigung vorstellen konnte, hatte man schon verloren. Ich persönlich frage mich bis heute, wie man rein gedanklich allein die Benutzung von Feuerwaffen ausschließen wollen würde. Also rein gedanklich kann ich nur konstruieren, dass es die Wahrscheinlichkeit der Benutzung geben könnte. 

 

Und nun die eigentliche Frage, würden sie wirklich wissen, was sie machen würden, wenn all die Stricke, auf die sich verlassen haben, reißen? Würden sie wissen, wo sie anzurufen müssten, wenn sie in absoluter Verzweiflung stecken? Wenn sie keiner mehr versteht, nicht einmal sie selbst? Und wenn dieser Zustand länger andauert als zwei Tage?

Würden sie von selbst ins Gefängnis oder die Psychatrie gehen?
Nein?

Komisch… 

Da bringen wir doch genau diese Menschen hin, die nicht von selbst auf die Idee gekommen sind und erwarten uns irgendetwas davon?!? Und sie können sich eigentlich sicher sein, sie haben auch das Potential dazu, weil sie auch nur ein Mensch sind, wie ich, mein Freund, und all die anderen Menschen auf diesem Planeten. 

 

Ohja, mein Freund muss also etwas schlimmes getan haben, jaja, er muss ja nicht ohne Grund dort sein. Er hat immerhin nicht zwei Minderjährige vergewaltigt und ist nach einem halben Jahr wieder auf Bewährung draussen, wie es einem seiner Zellengenossen erging. Nein, für mehrere Jahre muss das schon schlimmer wiegen. 

Ich würde ja sagen, dass schlimmste, was er gemacht hat, war, für eine gute Zeit lang ein gutes Stück sich selbst zu verlieren. Er hat niemanden umgebracht, er hat niemanden verletzt. Vielleicht hat er zu viele Wände bemalt, war ein Linker, der in einer konspirative Gemeinschaft steckte, vielleicht hat er zu viele Mp3s im Netz verteilt, mit Hasch zu tun, Reifen von dicken Mercedes aufgestochen und Jeeps abgefackelt. Könnte so alles sein. 

Mein Freund hat zwei Minderjährige Kinder. Ich glaube, das hat ihm in dem Zusammenhang schwer Kopfzerbrechen bereitet. Und das wird mir wohl ebenso keiner erklären können. Wie das zusammengeht. 

 

Und nein, ich verstehe es nicht, und ich will es nicht verstehen, auch nicht akzeptieren. Das ist das Land in dem ich lebe, die Gesellschaft, in der ich aufgewachsen bin. Und es macht mich unglaublich traurig, auf diese Art ein Stück mehr erfahren zu dürfen, in was für einer Gesellschaft ich lebe, um welchen Preis sie funktioniert, mit welcher Willkür, mit welch Uninteresse an dem Menschen als Individuum. Zu welchem Preis werden da Exempel statuiert, das ist unglaublich. Und es macht wütend, unglaublich wütend.

 

Eine Gesellschaft voller Menschen, die wahrscheinlich zum größten Teil selbst nicht einmal weiß, was sie machen würden, wenn für sie einmal alles nicht mehr passt. Dafür gibt es keine vorgespeicherte Rufnummer im Handy, da hilft kaum freundschaftlicher Rat, da können Freunde noch so große Freunde sein. Da haben wir nur die kollektive Selbstsicherheit, dass es ja gar nicht so weit kommen würde…

Und wenn dann doch wieder einer durchgedreht ist, und zwei Minderjährige die Opfer sind, dann wird das groß in den Zeitungen stehen, damit wir alle wissen, was wir zu verdrängen haben. Nebenbei bemerkt, gibt es in Berlin ein Programm der Begleitung genau für solche Menschen (Kein Täter werden), die erkannt haben, was ihre “Störung” ist. Schade, dass so etwa als mutig empfunden wird und nur als Experiment läuft. 

Ein zu schöne Vorstellung, dass so etwas mal ganz normal sein wird. Menschen sollten dabei unterstützt werden, sich selbst besser zu verstehen. An sich zu verstehen.

So lange ein Staat Menschen wegsperrt, wird er Aggression schüren. Traurig, dass wir so unglaublich langsam im Verstehen sind.

Mein Freund hat also viel Zeit nachzudenken. Das tut er. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass man zwischen vier engen Wänden sehr anders versteht. Vielleicht versteht man noch viel weniger, als man so schon nicht versteht. 

 

Soviel habe ich endgültig verstanden: es wird Zeit, dass wir mit dem Verdrängen bewusster umgehen! (Ein Paradox in sich, ich weiß) 


Mai 20 2008

Camille – Music Hole

Wer “Le Fil” schon zu lieben gelernt hat, egal, ob man etwas versteht oder nicht, der wird wohl kaum zögern. Und es gibt auch so überhaupt keinen Grund. Wenn ein Album mit seinem ersten Song einen schon platt macht, dann kann der Rest nicht viel schlechter sein. Und er ist es so gar nicht!

 

Camille, Le Fil, hörte ich das erste Mal über einen Lautsprecher, der an einer Badewanne in einer Küche hing. So war das mehr oder weniger fast ein wenig Geräuschkulisse, aber irgendwas machte mich mit der Zeit ein wenig hippelig. Da war so ein Ton in meinem Ohr, der blieb penetrant irgendwie und ging nicht weg. Und auf so etwas bin ich ein wenig leicht anfällig, oder anders gesagt, das geht gar nicht, wenn man nicht weiß, woher es pfeift oder tönt. Ein zweites Mal lief Camille auf einer Party und danach ließ ich es mir nicht nehmen, herauszufinden, was denn das nun genau für Musik war.

So kam ich zu Camille und Le Fil und dem Ton, der das ganze Album hindurch da ist, irgendwie sich das ganze Album um diesen Ton herumspinnt, von ihm immer wieder neu ausgeht, um wieder zu ihm zurückzukehren. Mit jedem Mal hören kann man sich da nur mehr verlieben. Ein Blubbern, ein Plappern, ein Loopen. Stimmen, überall und immer mehr, übereinander geschichtet bis zum kleinen eigenen Orchester gesteigert. Wundervoll abwechslungsreich, nachdenklich und immer wieder treibend. Und das alles in französisch. 

 

Die nächste Platte, Music Hole, ist in englisch. Und sie kommt vom ersten Song an “fetter” daher. Ein besseres Wort fällt mir nicht dazu ein, aber das dicke breite Wabbern im Hintergrund, da müssen schon einige Presets greifen, damit die Stimme so dick daher kommt. Es treibt daher auch durchaus mehr. Und keine Angst, die ruhigeren, getrageneren Songs sind auch dabei. Aber sie weiß auch durchaus damit zu spielen (Cats&Dogs). Der erste Song “Gospel with no lord” ist, wie schon erwähnt ein wundervoller Einstieg. Selten, dass ein Album mich so angenehm von Anfang an überrascht. Und vor allem bei den nächsten Songs so gar nicht nachlässt, “Home is where it hurts” – allein der Titel.

Und so bleibt es, ein wundervolles Album, von vorne bis hinten. Und das ist wundervoll schön so. Französisch hat schon Charme an sich, aber ich musste irgendwie nicht wirklich darüber nachdenken, ob das nun passt mit dem Englischen. Dafür ist die Frau einfach zu gut. 

Und wer Camille noch nicht kannte, hat sowieso definitiv was verpasst!
Ach ja, und bezüglich Badewannenmusik, Camille eignet sich hervorragend.

Also los, Album besorgen, bis dahin folgende Links genießen (die Videos von ihr sind sehr nice!)


Mai 14 2008

Drei Punkte. Am Mac idealer Weise per alt+’.’ erzeugt. Das ist nicht das selbe wie drei Punkte hintereinander. Die schauen nämlich so aus:
… und die richtige Variante schaut folgend aus:
… (und in hier dann doch wieder fast gleiche Optik, man probiere es selbst…)
Jaja, da gibt es einen Unterschied. Die richtige Variante nennt sich “Ellipse”. So hab ich das gerade jedenfalls in der Wikipedia gefunden. (Ein tolles Beispiel für Google Suchergebnis Titel Contest ergab das – sehr herrlich). Soso, Ellipse also: Ellipse (griechisch έλλειψιςélleipsis – das Fehlen, die Aussparung, Auslassung insbesondere inmitten von etwas).

Ich liebe es ja, wenn man auf einmal einen Namen für etwas hat, was man schon die ganze Zeit macht. Die meisten bekommen das mit der alt Taste sowieso nicht mit und denken am Ende, dass ich voll einen an der Klatsche habe, weil ich penetrant überall und immer drei Punkte hintereinander mache (das muss ja anstregend sein!).

Nunja, erstens ist es also ein handliches Vergnügen, auf die alt und die . Taste gleichzeitig zu donnern, das ist ungemein viel lustvoller in der Handlung als ein langweiliger ‘.’ alleine. Und zweitens ist es eines der wundervollsten Zeichen, die es gibt. Es ist nämlich nicht: Punkt! Punkt! Punkt!, sondern viel geschmeidiger, so ein weglassen und doch weiterdenken. Drei Punkte kehren das Prinzip des Punktes sozusagen für mich durchaus um. Da ist kein Ende, sondern da geht es weiter, aber die Worte reichen am Ende nicht aus. Sozusagen durchaus eine Auslassung, weil es so unglaublich schwer ist, all seine Gedanken zu Papier zu bringen. Oder diesen einen bestimmten Gedanken…

Drei Punkte sind also in sich eher hilflos und bei weitem nicht so stark wie ein einzelner Punkt, der immer irgendwie ein Ende markiert. Es gibt Texte, die nagel ich voll Ellipsen, der Text ist zum Schluss entweder ein Fluss oder absolut ausgefranst, das kommt auf den Betrachtungswinkel an.

Ich liebe das Zeichen auf jeden Fall unglaublich.
Was würde ich nur ohne es tun¿ (ha, da geht noch einiges¡ )

Nichts könnte besser für Gedanken stehen.

 

 

 

das musste einfach einmal gesagt sein!
auf noch unglaublich viele dieser Ellipsen…


Für Unverständlichkeit stehen die wohl auch: Ellipse und Ellipsoid.
Verdammt, da rumpelt es im Gedächtnis. Da war doch mal was… das nannte man Mathe Unterricht… richtig… verdammt… also ich war auf jeden Fall mal wissender als ich es jetzt bin… aber ich würde auch alle meine Joker bei Quizspielen schon bei den ersten fünf Fragen verzocken. Wahrscheinlich sogar bei einer Frage wie: Die Tastenkombination für das @ Zeichen auf Windows. Da würde ich mir nur denken… alt… grrrrrrrrrrrrr… und meinen Telefonjoker verzocken. Dafür könnte ich für Mac entgegen fragen, von welchem System er es wissen wollen würde. Ich frage mich nur gerade, welches Mac OS dann wohl zum ersten Mal dieses Zeichen enthielt: 6, 7,8 oder 9? Lange lebe alt+shift+1.

… 

Übrigens, ich bin mir fast ziemlich sicher, dass alt+’.’ schon immer im System steckte. Das würde zu Jobs passen. Es sind nämlich durchaus die Kleinigkeiten.

und Ellipsen auf Windows? Man kläre mich auf!

und Schande allen Programmen, die das Zeichen nicht unterstützen, weglassen oder zerstückeln! das ist ganz böse und pfui. 

 


Mai 9 2008

AugenBlicke

[Man möge mir verzeihen, wenn ich diesen leicht belegten Begriff benutze. Ich komme einfach auf keinen anderen, der es in einer ähnlichen Weise treffen könnte. Ich weiß, ich entwerte ihn damit ein Stück weit durch die Allgemeinheit, doch dass ist er wert, er ist einfach zu wunderschön, um ihn zu verheimlichen. Und er bleibt einzigartig für jede einzelne Benutzung, wie das, was er versucht zu beschrieben eben!]

 

AugenBlicke, dass sind jene Momente, die so unglaublich wertvoll sind. Das sind die, die sich so schlecht vergessen oder verdrängen lassen, die sich gerne in Gedanken festsetzen und dort so lange verweilen, bis der nächste AugenBlick einen aufs neue einnimmt.

Es gibt wenige AugenBlicke, die man ganz für sich alleine erleben darf. Wahrscheinlich ist man fast nie wirklich alleine, sondern dann mit der Natur, oder einem Gedanken an jemanden, was auch immer. Ich glaube eher, die Magie des AugenBlickes entsteht vielmehr durch mindestens zwei Personen, und zwischen zwei Personen immer noch am schnellsten. 

Und das tolle daran ist, dass es für mich meist nicht der Worte bedarf, sondern AugenBlicke so gänzlich einer ganz anderen Kommunikation entspringen, meistens zu mindestens. Es hat irgendwie viel mit dem “Blick” zu tun, bzw. dem Bild, dass ein Blick erzeugt. Ein AugenBlick ist unglaublich vergänglich, ja gerade seine Bedeutung liegt in der absoluten Vergänglichkeit, der kurzen Verweildauer, dem Entstehen lassen von etwas, was vielleicht in der sogenannten Realität nicht wirklich Bestand haben könnte. Eine Konstruktion vielleicht. 

Nehmen wir eine S-Bahn Fahrt. Der Waggon ist überfüllt, überall sitzen und stehen Menschen. Es sind viel zu viele, um sich ein Bild von ihnen allen zu machen. Es ist zwingend anonym. Und mittendrin in dieser Anonymität steht jemand auf, nimmt seine Tasche und schaut einem beim Aussteigen in die Augen, geht für einen winzigen AugenBlick aus der Anonymität heraus in einen Kontakt. Vielleicht hat er oder sie dabei gelächelt, vielleicht auch nicht. Ein Lächeln wird länger in Erinnerung bleiben.

Der S-Bahn Waggon könnte aber auch relativ leer sein, und man setzt sich beim Einsteigen gegenüber einer Frau und fängt an Zeitung zu lesen. Irgendwann treffen sich die Augen und für einen kurzen AugenBlick bleibt die Zeit stehen oder vergeht verdammt langsam. Es sind oft Geschichten, Filme, die in diesen wenigen Sekunden abspielen. Kurz darauf muss einer aussteigen. 

Oder man läuft auf der Straße entlang. Mit Kindern lassen sich nebenbei bemerkt unglaublich tolle AugenBlicke verbringen. Kinder kennen keinen Verhaltenscodex, sie wissen noch nicht, dass man sich idealer Weiße nicht viel länger als nötig anschaut, weil das am Ende zu einem Problem führen könnte. Kinder geben sich einfach dem AugenBlick hin, relativ bedingungslos, bis die Eltern einschreiten (“Lass den Mann mal in Ruhe”). Kinder haben meist einfach noch weitaus mehr Sinn für AugenBlicke.

Denn sich auf AugenBlicke einzulassen, kann man unglaublich einfach verlernen, bzw sich dagegen versperren. 

Mein Bruder erzählte mir einmal eine Lebensweisheit eines alten Spanier. Der behauptete, dass das mit der Liebe gar nicht so schwer ist, er verliebt sich ja schließlich fast jeden Tag mindestens dreimal. Und irgendwie hat dieser Spanier schon Recht. Denn AugenBlicke sind meist voll Liebe. 

 

Irgend ein toller Marketing Mensch muss wohl ähnlichen Gedankengang gehabt haben, und hat ihn erfolgreich der BVG angedreht. Das nennt sich dann “Meine Augenblicke” (man beachte den Plural!). Das Traurige an so etwas ist eigentlich nur, dass der AugenBlick auf diese Weise nicht mehr AugenBlick bleibt. Und wenn ich mir das noch ein wenig weit ausmale, wird es sicherlich irgendwann die ultimative Lösung dafür geben, also rein technisch gesehen gibt es das ja schon. Dann wird einfach in seinem Handy einer jeder in Reichweite mitgeloggt. Oder RFID Chip könnte da ja auch mal ein netter Ansatz sein. Dann kann ich gleich aus dem AugenBlick heraus mir eine Abfuhr abholen. An das Lächeln des AugenBlickes werde ich mich dann wohl weniger erinnern. Das wäre dann der Fall, dass man uns erzählt, dass Technik die ultimative Lösung für ein Problem hat, dass eigentlich nie eines war. 

Und an dem Punkt kann ich auch immer wieder feststellen, wie unglaublich deutsch ich bin. Ich mein, das englische Wort, dass entsprechend bezaubernd schon klingt, hab ich nicht entdecken können. Und wir Deutsche haben ja alle kollektiv einen Stock im Arsch, aber immerhin gibt es dadurch unglaublich viele nonverbale Kommunikation. Und es gibt AugenBlicke, da mag mir das richtig gefallen, da würde jedes Wort nur allzu viel zerstören.

Ich liebe ja gedankliche Beschäftigung und AugenBlicke sind die effektivste Form der gedanklichen Anreicherung… nur manchmal… da nervt es wirklich, wenn man am liebsten sofort jene Person wirklich gerne angesprochen hätte, aber es irgendwie nicht hinbekommen hat, da wird der Augenblick irgendwann zur Qual ;)