Patrick Watson live im Admiralspalast Berlin

Ehrlich gesagt, keine Ahnung wie er zu mir fand. Ich kann mich nur noch daran erinnern, sein Album “Close to Paradise” irgendwann im letzten Jahr gehört zu haben. Und auch wenn ich nicht weiß, wie er zu mir fand. Ich war verdammt froh darüber, dass er zu mir gefunden hatte. Ich war und bin.

Mein Zugang war am Anfang nur die Musik, wie meist. Ich blieb an Lieder wie “The Storm”, “The great escape” oder “Luscious Life” hängen. Aber wahrscheinlich weil spätestens nach dem zweiten Lied mir klar war, dass dort ein Klavier spielt, ein richtiges, kein Elektro sonstwie. Nein, ein wirkliches Klavier. Eins mit Gefühl und Charakter, ganz eigenem. Nein, es klang nicht nach Flügel, es klang nach Klavier. Und es fühlte sich zu Hause an. Und das ist unglaublich selten mit Klavier. Man hat häufig Respekt und keinen blassen Schimmer, wie man das selbst spielen könnte. Aber Patrick Watson war gefühlte Klangheimat. Unendlich schön, nachdenklich, melancholisch, auch voll Wut.

Und dann kam der Tag, an dem The Cinematic Orchestra ihr neues Album vorstellte, “Ma Fleur”. Es gibt selten Momente, wo man schon weiß, dass ein Album gut sein wird, bevor man je ein Lied davon gehört hat. Oder wie soll man das empfundene Glück des Moments beschreiben, als man zwei seiner Lieblingsgruppen auf einer Scheibe vorfindet, sozusagen eine orgastische Melange allein schon im Ansatz? (Und die Platte ist von vorne bis hinten ein reiner Hörorgasmus). Der Track “to build a home” ist so wundervoll, wie sein Name vermuten lässt. Er eröffnet das Album und schließt es auch fast ab. Leider war das Cinematic Orchestra Konzert hier im Herbst letztens Jahres ohne ihn.

Also musste man ausharren. Doch das Warten wurde mehr als entlohnt. Ein wundervolles Konzert. Wirklich. Von Anfang bis Ende. Und Patrick Watson eine unglaubliche Erscheinung. Meine Klavierlehrerin wäre mit ihm verzweifelt, im Ansatz, während des Spielens möglichst still zu sitzen. Das war alles ein Fluss, und wirkte manchmal fast wie “Gummi”. Doch nicht wirklich lächerlich, eher empfundener Fluss der Musik. Und die Musik war wie ein reißender Fluss, der einen von Anfang bis Ende mitgenommen hat. Und er saß wirklich an einem sehr eigenen Klavier, einem alten mit Charakter. Und er bearbeitete es unglaublich. Und da die Tontechnik es mal wieder nicht wirklich hinbekommen hatte, es ordentlich abzunehmen, schien er umso mehr zu arbeiten. Die drei anderen Bandmitglieder stachen an sich nicht so hervor, aber waren ziemlich kreativ im Umgang mit ihren Instrumenten. Und nicht platt kreativ, nicht kreativ bis zum nicht mehr verständlichen, sondern kreativ innerhalb des Rahmens, den sie zu viert steckten. Wirklich gut aufeinander abgestimmt.

Ein Genuss, wahrlich… ich kann es jedem nur empfehlen.

Ein Eindruck kann man auf seiner Homepage bekommen, bzw MySpace oder YouTube.

Und zuletzt, als Songtipp:

  • Lucious Life, ohne jeden weiteren Kommentar
  • Woods auf dem Album “Just another ordinary day”. Wunderschön, erinnerte irgendwie fast ein wenig an Sigur Ros

 

Bildquelle: http://www.myspace.com/patrickwatson

 

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